Leerstände im Kirchditmolder Ortskern

Trostlos: Zwei der Geschäfte, die an der Zentgrafenstraße nicht belegt sind.

Kassel. Die alten Kirchditmolder erinnern sich noch an die Zeiten, als die Geschäfte im Ortskern florierten. Heute ist das anders – einige Läden an der Zentgrafenstraße stehen leer, in anderen gibt es häufig Betreiberwechsel, viele öffnen montagnachmittags nicht mehr.

Die ansässigen Einzelhändler klagen darüber, dass ihnen die Geschäfte vor allem durch fehlende Parkplätze schwer gemacht werden – auch die Einbahnstraßenregelung auf der Teichstraße wirke sich nachteilig aus. Nun wollen die Kaufleute durch gemeinsame Aktionen die Attraktivität wieder steigern.

Ortsvorsteherin Elisabeth König (Grüne) kennt das Problem: „Bei einem Teil dieser Läden gibt es einen ziemlichen Wechsel.“ Auch müsse die Aufenthaltsqualität durch bauliche Umgestaltung wieder erhöht werden. Diese habe sich nach dem Umbau der Haltestelle Teichstraße, die aus ihrer Sicht überdimensioniert ist, verschlechtert.

Gerrit Wiedersich, der mit seinem Alltours-Reisebüro seit elf Jahren an der Zentgrafenstraße ist, hält es für dringender, dass ausreichend Parkplätze geschaffen werden. Auf den wenigen Stellflächen am Straßenrand der Teich- und der Zentgrafenstraße dürfen Autofahrer mit Parkscheibe nur eine halbe Stunde stehen. „Wenn die Kunden keinen Parkplatz finden, fahren sie weiter.“

Kerstin Thom vom Modegeschäft Secondenza verkauft ihre Second-Hand-Bekleidung bereits seit 15 Jahren in Kirchditmold. „Es ist ein Kommen und Gehen“, sagt Thom mit Blick auf die häufigen Inhaberwechsel in einigen Geschäften. Das Parkplatzproblem verschärfe sich durch die Friedrich-List-Schule. Die meisten Parkplätze würden durch Schüler blockiert.

Thom und Anja Bauer, die das gegenüberliegende Geschäft für dänische Einrichtungsaccessoires „Det Lille Hus“ betreibt, bereitet die Schule noch aus einem anderen Grund Sorgen. Regelmäßig würden sich die Schüler in großen Trauben vor den Geschäften treffen, um dort zu rauchen. „Auf dem Schulhof dürfen sie das ja nicht“, sagt Bauer. Dabei hinterließen sie oft jede Menge Müll. Viele Kunden schrecke dies ab.

Heike Neumeier hat die Metzgerei an der Zentgrafenstraße erst im Mai übernommen. Neben mehr Parkplätzen fordert sie eine Öffnung der Teichstraße für Autos in beiden Fahrtrichtungen

Derzeit verhandeln unter anderem KVG, die Stadt Kassel und Kirchditmolder Händler an einem runden Tisch über die Umgestaltung der Zentgrafenstraße zwischen Harleshäuser- und Riedelstraße. Anlass sind der geplante behindertengerechte Umbau der Haltestelle Kirche Kirchditmold und ein möglicher zweigleisiger Ausbau der Straßenbahnstrecke. Kommentar

Von Bastian Ludwig

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