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Besteck und Bettdecken in Kasseler Flüchtlingsunterkunft gefragt

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Von: Ulrike Pflüger-Scherb

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Ein Dankeschön: Helferin Sandra Mijatovic (von links) hat von Vitali und Olena Socken mit ukrainischen Symbolen geschenkt bekommen.
Ein Dankeschön: Helferin Sandra Mijatovic (von links) hat von Vitali und Olena Socken mit ukrainischen Symbolen geschenkt bekommen. © Pflüger-Scherb, Ulrike

Ehrenamtliche hoffen auf weitere Spenden für Flüchtlinge aus der Ukraine in der Unterkunft in der ehemaligen Jägerkaserne.

Kassel – Eigentlich ist sie am frühen Mittwochabend zu der Ausgabestelle auf de Gelände der Jägerkaserne gekommen, um zu schauen, ob es mal wieder Waschmittel oder Seife gibt, erzählt die 70-jährige Valentina. Die Frau, die aus der Ukraine geflüchtet ist, wohnt seit Juni in der Unterkunft an der Ludwig-Mond-Straße.

Dort organisieren ehrenamtliche Helfer aus Wehlheiden und der Südstadt eine Spendenaktion. Jeden Mittwoch ab 18 Uhr können Spenden für die Flüchtlinge abgegeben werden. Seife und Waschmittel waren am vergangenen Mittwoch allerdings nicht dabei, bedauert Valentina.

In jüngster Zeit seien weniger Spenden abgegeben worden, sagt Pilas Butte von dem Helfer-Netzwerk. Sie und ihre Mitstreiterin Sandra Mijatovic hoffen, dass sich das bald wieder ändert. Aktuell würden die Geflüchteten vor allem Haushaltswaren benötigen, sagt Mijatovic. Töpfe, Besteck, scharfe Messer, Mixer, Pfannen und Haushaltsreiben zählt Mijatovic, die auch Mitglied im Ortsbeirat Wehlheiden ist, auf.

Aber auch Bettwäsche und Decken sind mit Blick auf Herbst und Winter sehr gefragt. „Wolldecken sind in Osteuropa ohnehin sehr beliebt“, weiß Mijatovic.

Aber auch die Handtücher, die Marion Weidel am Mittwoch vorbeibringt, finden gleich Abnehmerinnen. Weidel hat die Handtücher von einer Bekannten, die gerade ihr Haus ausgeräumt hat, um es zu verkaufen. Weidel ist bereits drei bis vier Mal nach Kassel gekommen, um praktische Gegenstände für die Flüchtlinge zu bringen. Auch Kleinmöbel werden hier gern angenommen.

Kleidung ist an dieser Stelle weniger gefragt. „Das bedeute für uns zu viel Sortierarbeit“, sagt Mijatovic. Gute Kleidung sollten die Spender eher beim DRK, dem Kontaktladen oder der Diakonie in der Hermannstraße abgeben.

Allerdings werden Jacken, Schuhe und andere Kleidungsstücke auch immer wieder in der Jägerkaserne vorbeigebracht. Die 77-jährige Valentina, die erst in der vergangenen Woche mit ihrem 81-jährigen Mann von Charkiw mit Zug und Bus nach Deutschland geflüchtet ist, freut sich darüber. Bei der Flucht konnte sie nämlich kaum etwas aus ihrer Heimat mitnehmen.

Am Mittwoch kamen aber nicht nur Flüchtlinge zu der Ausgabestelle, die etwas benötigten. Um sich für die Dinge zu bedanken, die sie bereits bekommen haben, brachten Vitali und Olena für Sandra Mijatovic Socken mit ukrainischen Symbolen vorbei.

Service: Jägerkaserne, Ludwig-Mond-Straße 45, die Spenden können mittwochs zwischen 18 und 20 Uhr abgegeben werden. (use)

Hier werden Spenden abgegeben und abgeholt: (von links) Helferin Pilas Butte (Netzwerk), Spenderin Marion Weidel sowie Valentina und Margerita aus der Ukraine auf dem Gelände der Jägerkaserne.
Hier werden Spenden abgegeben und abgeholt: (von links) Helferin Pilas Butte (Netzwerk), Spenderin Marion Weidel sowie Valentina und Margerita aus der Ukraine auf dem Gelände der Jägerkaserne. © Ulrike Pflüger-Scherb

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