Besucher-Rekord im Auestadion: 37.000 oder 40.000?

Riesiger Besucherandrang: Beim Aufstiegsspiel gegen Hannover - hier entstand vermutlich die Luftaufnahme - und im Pokal gegen den HSV war das Auestadion in den 1960ern brechend voll.

Kassel. Waren nie mehr als 37.000 Menschen gleichzeitig im Auestadion, wie es der KSV Hessen Kassel sagt? Oder gab es mal einen Rekord von 40.000, wie es 1965 in der HNA stand? Wir baten Zeitzeugen um ihre Erfahrung:

In seiner Chronik im Internet gibt der KSV Hessen Kassel den Zuschauerrekord im Auestadion mit 37.000 an. Nie seien es mehr Fans gewesen als beim 1:2 im Aufstiegsspiel gegen Hannover 96 im Juni 1964. Die Hessische Allgemeine nennt in der Berichterstattung über das Pokalspiel gegen den Hamburger SV am 16. Januar 1965 sogar 40.000.

Rainer Knothe (66), der nach eigenem Bekunden seit 50 Jahren zum KSV geht, schreibt: „Beim Aufstiegsspiel zur Bundesliga gegen Hannover 96 waren auf dem Erdwall der Gegengerade Zusatztribünen aufgebaut worden. Laut HNA waren 37.000 Zuschauer im Stadion. 

Mehr über das Auestadion im RegioWiki

Doch das Pokalspiel gegen den HSV 1965 übertraf alles bisher Dagewesene. Die Stahlgittertore links und rechts der alten Haupttribüne hielten dem Druck der nachrückenden Menschenmassen nicht mehr Stand und fielen einfach um. Kinder und Jugendliche wurden vom oberen Scheitelpunkt der Stehtribüne (Gegengerade) über die Köpfe der Erwachsenen hinweg nach unten bis zur Aschenbahn durchgereicht. 

Man konnte sich auf der Stehtribüne praktisch nicht mehr bewegen. Der Innenraum war schwarz vor Menschen. Die Einwürfe und Eckbälle erfolgten quasi aus dem Stand. Alle wollten den großartigen Uwe Seeler sehen. Laut HNA sollen unglaubliche 40.000 Zuschauer im Stadion gewesen sein, und alle verhielten sich diszipliniert und friedlich.“ 

Willi Reinemann aus Vellmar hat ebenfalls beide Spiele gesehen. Er schreibt: „Ich erinnere mich noch an beide Spiele. Beim HSV-Gastspiel mit Uwe Seeler sind die Zuschauer über die Barriere bis an die Seitenlinien gegangen. Dafür waren die unteren Stehränge frei. Gegen Hannover waren zusätzliche Holztribünen aufgebaut. Ich schätze, dass dort die meisten Zuschauer (37.000 wurden damals angegeben) anwesend waren.“ 

Klären können wir heute nicht mehr, welche der beiden Einschätzungen stimmt. Fest steht allerdings, dass das Auestadion damals etwa doppelt so viele Zuschauer wie heute aufnehmen konnte. Neben den baulichen Veränderungen mit mehr Sitzplätzen liegt das an den verschärften Sicherheitsauflagen. So brechend voll wie damals dürfte das Stadion heute nicht mehr sein. (tos)

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