Türkisch-islamischer Kulturverein nutzt bereits Gebetsraum – Pläne für Kuppelbau

Beten in neuer Moschee

Einladung zum Gebet: Imam Mustafa Taschce im neuen Gebetsraum des Türkisch-islamischen Kulturvereins an der Rothenditmolder Straße. Hinten in der Mitte des Raums ist der Hodca zu sehen, eine Nische, in der sich der Vorbeter aufhält, Foto: Herzog

Kassel. Die Freude beim Türkisch-islamischen Kulturverein „Sultan Alparslan Camii“ an der Rothenditmolder Straße war groß: Pünktlich zum islamischen Neujahrsfest vor ein paar Tagen lag die Genehmigung für den zweiten Bauabschnitt seines Versammlungsorts mit Moschee vor.

Die Formalitäten wie eine Nutzungsänderung und ein Bauantrag sind erledigt. Die Zusammenarbeit mit Stadtplanungsamt und Bauordnungsamt sei sehr gut verlaufen, sagt der erste Vorsitzende Aktas Seydi. Jetzt kann mit den Bauarbeiten für einen Veranstaltungsraum, für die Teestube, Küche, Jugendräume und Außenanlagen losgelegt werden.

In einem ersten Bauabschnitt ist in den vergangenen Monaten bereits der neue Gebetsraum entstanden. Das ehemalige Gewerbegebäude ist jetzt mit schönen, speziell angefertigten Keramikfliesen ausgekleidet worden. Als Farbe dominiert ein überwältigendes Türkis. Seit August wird hier vor der Hodca, der umrahmten, zentralen Nische im Raum, gebetet. Hier hält sich auch der Imam auf. „Als mein Vater zum ersten Mal in dem neuen Raum beten konnte, hat er vor Freude geweint“, sagt Ali Eligür, der zweite Vorsitzende.

Als Nächstes müssen wir in den Energiebereich investieren und eine neue Heizung einbauen“, sagt Salih Tepe vom Kulturverein. Selbstverständlich werde energetisch umweltfreundlich saniert. Im Februar hatte der Türkisch-islamische Kulturverein die Immobilie Rothenditmolder Straße 17 und 19 gekauft. Einst war hier eine Spedition angesiedelt, auch eine Schreinerei gab es hier, und zuletzt hatte ein Obst-Großhändler sein Domizil in den Gebäuden. Noch heute befinden sich in dem Objekt sechs vermietete Wohnungen.

Insgesamt hat der Kulturverein 180 000 Euro in die Anschaffung der Immobilie und 50 000 Euro in die Umbauarbeiten investiert. Auf weitere 50 000 Euro schätzt Eligür den Wert der Eigenleistungen. „Mit diesem Projekt trägt der Kulturverein dazu bei, das Viertel rund um die Schillerstraße städtebaulich aufzuwerten“, sagt der beauftragte Architekt Alois Lorscheider-Brinkmann (Niestetal).

Jetzt seien die 150 Gemeindemitglieder erst einmal mit dem aktuellen Zustand glücklich und zufrieden, sagt Eligür. Für die Zukunft stelle man sich aber vor, in einem dritten Bauabschnitt der Moschee auch eine attraktive Hülle zu verpassen. Die Ideenskizze von Architekt Lorscheider-Brinkmann liegt bereits vor. Sie zeigt einen zweigeschossig aufgestockten Kuppelbau mit angepasstem Minarett. Bis zur Realisierung müsse erst noch gespart werden, sagt Eligür. Vorstellbar sei es, dass in fünf bis fünfzehn Jahren gebaut wird. Fotos:  Hein/nh

Von Christina Hein

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