11,9 Mio. Euro teurer Umbau soll bis Januar abgeschlossen sein

Beton-Optik prägt Kasseler Stadtmuseum

Der beste Platz im neuen Stadtmuseum: Die Loggia des angebauten Turms. Von dort genossen schon gestern der Hochbauamtsleiter Axel Jäger (von links), Kulturamtsleiterin Dorothée Rhiemeier und Stadtmuseumsleiterin Cornelia Dörr den Blick. Fotos: Koch

Kassel. Der 11,9 Mio. Euro teure Umbau des Stadtmuseums geht in die letzte Phase. Sowohl am Altbau wie am neu angebauten Turm laufen die abschließenden Arbeiten, die bis Januar beendet sein sollen. Dann beginnt der Aufbau der Ausstellung, die bis zum Spätsommer 2015 stehen soll.

Einen Eröffnungstermin konnte Kulturamtsleiterin Dorothée Rhiemeier am Dienstag noch nicht nennen, er werde aber nach den Sommerferien liegen.

Der Betonturm, der aus drei Etagen und einer Loggia mit Ausblick über Kassel besteht, ist inzwischen mit Backsteinen verklinkert worden. Nur an einigen Stellen, wo noch gearbeitet wird, sieht man von außen noch den rohen Beton. Ganz anders im Inneren, wo Sichtbeton die Optik prägt.

Die Wände werden nicht verkleidet und auch auf dem Boden wird nur Estrich aufgebracht. Die schlichte Gestaltung solle dafür sorgen, dass nichts von den Ausstellungsstücken ablenke, erklärt Rhiemeier. Der starke Raumhall soll sich vermindern, wenn die Exponate aufgebaut sind.

Ganz ohne Fenster

Ein Höhepunkt des Stadtmuseums wird die Loggia sein, auf der Besucher die Aussicht in Richtung Wilhelmsstraße und Karlskirche genießen können. Keine Ausblicke gibt es im Inneren. Die insgesamt 1000 Quadratmeter Ausstellungsfläche im Alt- und Neubau kommen ganz ohne Fenster aus. So sollen die Ausstellungsstücke, je nach Bedürfnis, mit künstlichem Licht in Szene gesetzt werden können. Die Beleuchtung muss noch angebracht werden.

Stadtmuseum von hinten: Hinter den Garagen liegt der Innenhof, der zukünftig genutzt wird. Noch ist der Turm eingerüstet.

Nicht sichtbar sein werde für die Besucher die gesamte Haustechnik, erläutert Axel Jäger, Leiter des Hochbauamtes. Die Wände würden von innen beheizt, Heizkörper gebe es keine. Erweitert wird das neue Stadtmuseum aber nicht nur um den Turm, sondern auch durch die Nutzung des Innenhofes. Auch dort will Stadtmuseumsleiterin Cornelia Dörr Interessantes aus der Stadtgeschichte präsentieren. Eine Idee sei es, im Hof einen Teil des ganz ursprünglichen Pflasters des Altmarkts zu verlegen, was erhalten sei. Eine regelmäßige Museumsgastronomie, die man sich auch gut auf den Außenflächen vorstellen könnte, sei nicht geplant.

Einige Exponate befinden sich sogar schon im Museum. Es sind die ältesten baulichen Relikte aus der Stadt. Zum Beispiel ein Torso von Kurfürst Wilhelm II. oder ein Inschriftstein vom alten Kasseler Rathaus, der um 1500 datiert. Diese schweren Objekte sind fest mit den Wänden verbunden und mussten deshalb schon montiert werden. Sie sind aber aktuell noch nicht zu sehen, sondern durch eine Verpackung geschützt.

Fotos vom Umbau des Stadtmuseums

Kasseler Stadtmuseum ist bald fertig

Wenn die Arbeiten im Januar fertig sind, entsteht im alten Teil des Gebäudes die Dauerausstellung, der Turm steht für die wechselnden Sonderausstellungen bereit.

Neben dem Stadtmuseum stehen für 2015 die Neueröffnungen der Grimm-Welt (vermutlich im Frühsommer) und des Landesmuseums an.

Von Bastian Ludwig

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