Gute Schüler haben die Wahl, Unternehmen können Stellen häufiger nicht besetzen

Ausbildungsmarkt: Betriebe buhlen um Bewerber

Schwierige Feinjustierung: Geeignete Auszubildende zu finden, ist für Unternehmen zunehmend problematisch. Unser Bild zeigt angehende Industriemechaniker der Niles-Simmons Industrieanlagen GmbH (Chemnitz) bei der Montage einer Bearbeitungsmaschine für Kurbelwellen. Foto: dpa

Kassel. Betriebe haben zunehmend Schwierigkeiten, geeignete Auszubildende zu finden. Die Zahl der Bewerber ist im Bereich der Arbeitsagentur Kassel innerhalb eines Jahres um vier Prozent gesunken. Damit lag sie für das aktuelle Ausbildungsjahr bei 4184 Bewerbern (173 weniger als vor einem Jahr).

Dennoch gab es nicht für alle eine Lehrstelle: Die Zahl der gemeldeten Ausbildungsplätze blieb mit 3436 nahezu auf Vorjahresniveau.

Das zeigt: Die Schere auf dem Ausbildungsmarkt schließt sich langsam. Für das laufende Ausbildungsjahr kamen rechnerisch auf 100 Bewerber 82 Stellen. „Früher konnten Betriebe sich zurücklehnen und warten, wer kommt“, sagt Agenturchef Detlef Hesse. Heute müssten sie auf Bewerber zugehen, um ihre Nachwuchs zu sichern. Für große Firmen sei das kein Problem, kleine Betriebe täten sich damit aber schwer.

Die sinkenden Bewerberzahlen bedeuteten für die Jugendliche eine Verbesserung der Chancen. Die Unternehmen hingegen haben jetzt nicht mehr eine so große Auswahl wie früher - und höhere Risiken, sagt Hesse. Schüler mit guten Abschlüssen erhielten oftmals gleich mehrere Zusagen, ließen sich mit ihrer Entscheidung aber Zeit. Wenn sie dann kurz vor Toresschluss absagten, fänden die Betriebe auf die Schnelle häufig keinen geeigneten Ersatz. Die Folge: Sie ziehen den Ausbildungsplatz zurück. Mit 400 Stellenstornos (Vorjahr: 350) gab es einen Negativrekord im Agenturbezirk. 56 Stellen - 24 mehr als im Vorjahr - blieben zum Start des Ausbildungsjahrs unbesetzt.

Der Mangel an Bewerbern für eine Ausbildung hänge auch mit dem anhaltenden Trend zu weiterführender Schule und Studium zusammen, sagte Hesse. Hier gelte es, die Attraktivität der dualen Ausbildung stärker ins Bewusstsein zu rücken.

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