Betriebsrat: VW-Belegschaft soll an Rekordgewinnen beteiligt werden

Volle Halle: Markenvorstand Prof. Werner Neubauer sprach bei der Betriebsversammlung in Baunatal. Aufmerksame Zuhörer waren etwa 5500 Mitarbeiter, darunter Betriebsratschef Jürgen Stumpf (von links) und Werkleiter Prof. Hans-Helmut Becker. Foto: vw / nh

Baunatal / Kassel. Die positive Entwicklung bei VW wollen die Mitarbeiter jetzt auch im Geldbeutel spüren. Nachdem die Arbeitgeber in der ersten Verhandlungsrunde für einen neuen Haustarifvertrag kein Angebot vorgelegt hatten, solle nun im zweiten Anlauf eine Variante für mehr Lohn auf den Tisch.

Das betonte der Betriebsrat gestern während der Betriebsversammlung bei Volkswagen in Baunatal. Eine Prozentzahl für einen Lohnzuschlag nannte Stumpf allerdings nicht.

„Wir fordern, dass die Belegschaft an den fulminant steigenden Ergebnissen beteiligt wird“, sagte Betriebsratschef Jürgen Stumpf. Das bedeute eine Kaufkraftförderung von 60 000 Menschen in der Region. Dazu zählen etwa die Familien der Mitarbeiter. Derzeit sind bei VW in Baunatal 15 000 Frauen und Männer beschäftigt. Hinzu kommen 2000 Leiharbeiter.

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An dieser Zahl der befristet Beschäftigten nimmt die Arbeitnehmervertretung ebenfalls Anstoß. Das Volumen von Leiharbeit sei um die Hälfte zu hoch, so Stumpf. Ein Teil der Leiharbeiter könnte für die Produktion des neuen Getriebes DQ400e sowie die E-Antriebe für Golf und eUp gebraucht werden. Über die Umwandlung in feste Stellen wolle die Konzernführung im Anschluss an die Tarifrunde beraten, berichtete Stumpf.

„Wir haben in den nächsten Jahren mehr als genug Arbeit, um einen erheblichen Teil der Leiharbeiter dauerhaft zu beschäftigen und die Anzahl der Ausbildungsplätze zu erhöhen“, sagte der Betriebsratschef. Stumpf geht davon aus, dass die Zahl der Azubis – derzeit 200 – um ein Drittel angehoben wird.

Mehr Informationen zu VW finden Sie im Regiowiki.

Während vor allem in Südeuropa der Automarkt einbricht, konnte VW im Inland punkten. Laut Stumpf haben vor allem die ausländischen Marken Probleme. Peugeot habe 6000 Mitarbeiter entlassen. „Bei Fiat hat man nur Arbeit für anderthalb Tage in der Woche.“ Und so fällt das Fazit des Betriebsrates für VW positiv aus: „Auch wenn einzelne Marken und einzelne Segmente wie bei uns die Schaltgetriebe diese Wirkungen in den Programmen bereits spüren, beißt die Maus keinen Faden ab: Der VW-Konzern nimmt in dieser labilen Entwicklung eine unglaubliche Sonderstellung ein.“

Von Sven Kühling

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