Falsche Polizeibeamte

Betrogener Senior legt 10.000 Euro vor Mehrfamilienhaus in Kassel

Ein Mann posiert am 09.09.2015 mit einem Telefon in Hannover (Niedersachsen).  (Symbolbild)
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Falsche Polizeibeamte, fingierte Gewinn-Benachrichtigungen: Enkeltricks gibt es in vielen Varianten. Die Dunkelziffer ist laut Polizei hoch. (Symbolbild)

Betrüger, die sich am Montagabend als Polizeibeamten ausgegeben haben, haben einen Senior aus Kassel um seine Ersparnisse in Höhe von 10.000 Euro gebracht.

Kassel - Da das Opfer das Geld vor einem Mehrfamilienhaus in Oberzwehren in einem Beutel ablegte, wo es offenbar kurze Zeit später von den Tätern abgeholt wurde, erhoffen die mit dem Fall betrauten Ermittler, Zeugenhinweise zu erhalten.

Nach Angaben von Polizeisprecherin Ulrike Schaake hatten die Täter den hochbetagten Mann am Montagmorgen auf seinem Festnetztelefon angerufen. Wahrscheinlich erlangten die Betrüger die Telefonnummer des Opfers aus dem Telefonbuch. Ein angeblicher Polizist gaukelte dem Senior in mehreren Gesprächen im Verlauf des Tages glaubhaft vor, dass sein Geld sichergestellt werden müsse, um ihn vor einem Diebstahl oder Raubüberfall zu bewahren. Durch die geschickte Gesprächsführung ließ der listige Betrüger den Mann glauben, dass seine zuhause aufbewahrten Ersparnisse tatsächlich in Gefahr sind.

Nach einem weiteren Anruf am Abend steckte der Mann schließlich die 10 000 Euro in einen Stoffbeutel und deponierte diesen nach Anweisung der Täter vor einem Mehrfamilienhaus in der Straße „Hinter der Brücke“, Ecke Lüdersweg. Als der Senior am Dienstagmorgen den Notruf der Polizei wählte und sich nach dem Rückgabetermin seines Geldes erkundigte, stellte sich schließlich heraus, dass er einem Betrug aufgesessen war.

Die Ermittler der EG SÄM suchen nach Zeugen, die die Abholung des cremefarbenen Stoffbeutels, auf dem ein rundes Logo in der Mitte aufgedruckt war, in der Straße „Hinter der Brücke“ am Montagabend in der Zeit zwischen 18 und 18.30 Uhr beobachtet haben. Auch Hinweise auf verdächtige Personen oder Fahrzeuge im Nahbereich werden bei erbeten. Hinweise: Tel. 05 61/9100. (use)

Um sich vor der Betrugsmasche zu schützen, gibt die Polizei folgende Tipps:

  • Lassen Sie grundsätzlich keine Unbekannten in Ihre Wohnung.
  • Fordern Sie von angeblichen Amtspersonen, zum Beispiel Polizisten, den Dienstausweis.
  • Rufen Sie beim geringsten Zweifel bei der Behörde an, von der die angebliche Amtsperson kommt. Suchen Sie die Telefonnummer der Behörde selbst heraus oder lassen Sie sich diese durch die Telefonauskunft geben. Wichtig: Lassen Sie den Besucher währenddessen vor der abgesperrten Tür warten.
  • Die Polizei wird Sie niemals um Geldbeträge bitten.
  • Geben Sie am Telefon keine Details zu Ihren finanziellen Verhältnissen preis.
  • Lassen Sie sich am Telefon nicht unter Druck setzen. Legen Sie einfach auf.
  • Übergeben Sie niemals Geld an unbekannte Personen.  

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