Polizei warnt vor neuer Betrugsmasche

Betrüger räumten Konto leer

Kassel. Die Polizei warnt vor einer neuer Betrugsmasche durch Telefontäter, die bei Nutzern von Online-Banking mehrere Tausend Euro ergaunert haben. Laut Polizeisprecher Wolfgang Jungnitsch erhielt eine in Kassel ansässige Institution eine E-Mail, die den Anschein erweckte, als stamme sie von der Kasseler Sparkasse.

Vorgegaukelt wurde eine Änderung im Online-Banking-Verfahren. Ein Mitarbeiter folgte dem in der Mail enthaltenen Link und gab auf dieser Seite Zugangsdaten zum Konto der Institution ein.

In den Tagen darauf rief eine vermeintliche Sparkassen-Mitarbeiterin wegen der Umstellung beim Online-Banking an. Die Anruferin konnte durch geschickte Gesprächsführung und zufällige Kenntnis einiger Details Vertrauen gewinnen und so an einen weiteren Mitarbeiter gelangen, der dann die Umstellung mit der Anruferin telefonisch ausführte.

Keinen Verdacht geschöpft

Dabei gab der Mitarbeiter mehrere TAN-Nummern preis, weil die Umstellung angeblich mehrfach fehlgeschlagen sei. Da die Anruferin äußerst sprachgewandt, im Umgang mit dem Online-Banking sehr vertraut und professionell auftrat, wurde im Verlauf des Telefonats kein Verdacht geschöpft, berichtet Jungnitsch. In der Folge entstand ein Schaden von mehreren Tausend Euro. Denn die Täterin konnte mittels der telefonisch übermittelten TAN-Nummern selbst Buchungen in Auftrag geben.

Wolfgang Jungnitsch

Die Täterin hatte sich laut Polizei die weniger gebräuchliche Methode zunutze gemacht, mittels der TAN-Nummern Überweisungen zu veranlassen. Die vermeintliche Sparkassen-Mitarbeiterin, die mithilfe der zuvor erlangten Zugangsdaten Zugriff auf das Online-Banking-Konto hatte, rief die entsprechende Internet-Seite auf, nahm telefonisch Kontakt mit dem Opfer auf und gab die im manuellen Verfahren von der Bank verlangten Anweisungen an das Opfer mit dem TAN-Generator per Telefon weiter. Die dem Opfer per Generator übermittelte TAN ließ sich die Täterin dann am Telefon nennen und nutzte sie zur Kontoverfügung.

Der Sprecher des Polizeipräsidiums Nordhessen warnt davor, auf solche Mails zu antworten oder gar vertrauliche Kontozugangsdaten preiszugeben. Banken und Sparkassen würden erforderliche Umstellungen stets nur schriftlich per Post oder im Rahmen persönlicher Termine im jeweiligen Institut abwickeln, aber niemals per E-Mail oder telefonisch. Komme eine E-Mail oder ein Anruf in Sachen Bankkonto, dann seien Betrüger am Werk. (ach)

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa

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