Die Dunkelziffer ist hoch

Betrüger rufen fast täglich bei Senioren in der Region an

Kassel. Ältere Menschen aus Kassel und Umgebung erhalten immer häufiger Anrufe von Betrügern. Berücksichtigt man die hohe Dunkelziffer, dürfte es fast täglich Betrugsversuche am Telefon geben.

Mit verschiedenen Maschen versuchen die Täter dabei, die Senioren um ihr Erspartes zu bringen. Neben dem sogenannten Enkeltrick kommt es vermehrt auch zu Fällen, wo sich die Anrufer als Polizisten ausgeben. Vor wenigen Tagen haben Betrüger auf diese Weise versucht, ein Ehepaar aus Kassel zur Überweisung mehrerer tausend Euro zu bewegen.

Die Zahl der angezeigten Fälle in Stadt und Kreis Kassel hat sich innerhalb von zwei Jahren mehr als verdoppelt. So wurden im Jahr 2014 in der Stadt 48 und im Kreis 16 Fälle von betrügerischen Anrufen aktenkundig. Voriges Jahr waren es 112 Fälle in der Stadt und 65 im Kreis. Die Zahlen in diesem Jahr bewegen sich laut Polizei bislang auf ähnlich hohem Niveau.

Tatsächlich dürfte es wesentlich mehr Fälle geben als angezeigt werden: Viele Senioren melden sich aus Scham oder weil sie die Masche rechtzeitig durchschaut haben nicht bei der Polizei. Wegen des demografischen Wandels rechne man damit, dass solche Straftaten eher noch zunehmen werden, sagte Polizeisprecher Matthias Mänz: „Die wachsende Zahl älterer Menschen haben leider auch Kriminelle als Zielgruppe entdeckt.“

Zum Glück bleibe es in den meisten Fällen beim Betrugsversuch. Im vergangenen Jahr glückten nur acht der 177 Fälle. Allerdings war der Schaden für die Opfer dann oft hoch: Zum Teil verloren sie fünfstellige Summen an die Betrüger.

Die Aufklärung der Taten ist laut Polizei schwierig, weil es sich meist um bundesweit agierende Banden aus dem Ausland handele. Das Vorgehen ist mitunter raffiniert: Im jüngsten Fall hatten die Täter per technischer Manipulation die Rufnummer der Kasseler Polizei auf dem Telefon der Opfer anzeigen lassen, um diese zu verunsichern. 

Rubriklistenbild: © dpa

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