Opfer aus ehemaliger Sowjetunion zahlten aus Angst 10.000 Euro

Betrüger zocken weiter mit Schockanrufen ab

Kassel/Baunatal. Erneut sind Menschen aus der ehemaligen Sowjetunion Opfer von Schockanrufern geworden. Betrüger kassierten am Mittwoch von einer 61-Jährigen aus Baunatal 10.000 Euro.

Sie suggerierten ihr am Telefon, ihr Sohn habe „etwas Schlimmes“ gemacht und benötige dringend Geld. In Hofgeismar wurde am Donnerstag ein Ehepaar mit derselben Masche ebenfalls um 10.000 Euro erleichtert. Vier weitere Versuche der russisch sprechenden Anrufer in Baunatal und Hofgeismar scheiterten.

Hier geht es zur Warnmitteilung der Polizei

Nach Angaben von Polizeisprecher Michael Lange sind seit März dieses Jahres 86 Fälle (darunter auch zahlreiche Versuche) dieser Art in Nordhessen angezeigt worden. „Wir gehen aber von einem viel größeren Dunkelfeld aus.“ Es sei schwer, diese Bevölkerungsgruppe zu erreichen, die Polizei hat bereits Warnzettel verteilt. Die meisten Fälle gab es mit 42 im Kreis Waldeck-Frankenberg. 18 Schockanrufe wurden im Schwalm-Eder-Kreis, drei im Werra-Meißner-Kreis und 23 in Stadt und Kreis Kassel zur Anzeige gebracht. Da bei den meisten Anrufen die litauische Landesvorwahlnummer zu sehen sei, geht die Polizei davon aus, dass diese Form des Trickbetrugs von Litauen aus organisiert wird.

Es werden gezielt aus Russland stammende, ältere Menschen angerufen. Die Täter schildern in dem Telefonat in russischer Sprache eine Notsituation, wie zum Beispiel einen Verkehrsunfall, in die ein Angehöriger des Angerufenen verwickelt sei. Der Angehörige könne sich aus der Notlage befreien, indem der Angerufene sofort einen hohen Geldbetrag zahle. Die dabei geschilderten Notlagen von Familienmitgliedern wirkten auf die Opfer schockierend, sagt Lange. Diesen psychischen Ausnahmezustand nutzten die Betrüger aus.

Die Zahl der potenziellen Opfer ist groß: In Kassel leben 13.000 und im Kreis schätzungsweise 5000 Menschen aus der ehemaligen Sowjetunion.

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