Frau warf Kreuze an Unfallstelle im Steinweg um

Betrunkene wütet an Gedenkstelle

Gedenkstätte beschädigt: Eine betrunkene Frau riss am Dienstag die Kreuze an der Unfallstelle am Steinweg aus der Erde.
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Gedenkstätte beschädigt: Eine betrunkene Frau riss am Dienstag die Kreuze an der Unfallstelle am Steinweg aus der Erde.

Eine betrunkene Frau hat am Dienstagnachmittag auf dem Steinweg randaliert. Dort zerstörte die 51-Jährige, die polizeibekannt ist, eine öffentliche Gedenkstätte für die Toten eines Verkehrsunfalls, indem sie die Holzkreuze aus dem Boden riss und umherwarf sowie Bilder, Vasen und Zierpflanzen beschädigte.

Kassel - Nach Angaben von Polizeisprecher Matthias Mänz alarmierten Augenzeugen gegen 15.15 Uhr die Polizei. Mehrere Streifen seien sofort zu der Gedenkstelle gefahren. Polizisten des Innenstadtreviers hätten dort wenige Minuten später die 51-Jährige, die momentan keinen festen Wohnsitz hat, festgenommen. Die Frau habe erheblich unter Alkoholeinfluss gestanden. Ein Atemalkoholtest sei nicht möglich gewesen, so Mänz. Die Beamten brachten die Frau zur Ausnüchterung den Polizeigewahrsam. Zudem leiteten sie ein Strafverfahren gegen die 51-Jährige wegen Störung der Totenruhe und Sachbeschädigung ein.

Die Gedenkstelle erinnert an drei Jugendliche, die am 22. Dezember 2002 hier ihr Leben verloren. Sandra (16), Tim (16) und Timo (18) sowie eine 17-jährige Freundin, die überlebte, waren nach dem Besuch der Disco „Almrausch“ in Kassel in das Auto eines damals 20-Jährigen gestiegen, der sie mit nach Hause nehmen sollte. Das war ein tödlicher Fehler, denn der Fahrer war stark alkoholisiert.

Der Fahrer, der den schweren Unfall überlebte, wurde im Jahr 2005 in zweiter Instanz vor dem Kasseler Landgericht wegen fahrlässiger Tötung in drei Fällen, fahrlässiger Straßenverkehrsgefährdung durch Trunkenheit sowie Freiheitsberaubung mit Todesfolge in drei Fällen sowie Freiheitsberaubung mit Gesundheitsschädigung zu einer dreijährigen Jugendstrafe verurteilt. Das Gericht sah es als erwiesen an, dass er mit zwei Promille und knapp 100 km/h gegen den Baum am Steinweg gerast war und die jugendlichen Insassen offensichtlich gegen deren Willen in seinem Auto festgehalten hatte.

Die Gedenkstätte am Steinweg wird seit knapp 18 Jahren von den Angehörigen der verstorbenen Jugendlichen gepflegt.  (use)

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