Bettenhäuser Feuerwehrchef tritt wegen Neonazi-Vorwürfen zurück

Bettenhausen/Forstfeld. Der Wehrführer und Vorsitzende der Freiwilligen Feuerwehr Bettenhausen-Forstfeld ist von seinen Ämtern zurückgetreten. Grund sind Vorwürfe gegen den 33-Jährigen, wonach er Verbindungen in die rechtsextreme Szene unterhalte.

Diese Gerüchte waren laut geworden, nachdem beim Osterfeuer der Feuerwehr als Sicherheitskraft ein Mann engagiert wurde, der offenbar Kontakte in die einschlägige Szene unterhält.

Auf Anfrage der HNA teilte der Chef der Stadtteilfeuerwehr am Freitagnachmittag mit, dass er am Abend seinen Kameraden den Rücktritt bekannt geben werde. Damit wolle er Schaden von der Feuerwehr abwenden, sagte Christian W. Er räumte ein, dass er er „vor etlichen Jahren“ Kontakte zur rechten Szene gehabt habe. Das sei aber seit Jahren vorbei. „Ich habe mit der Sache definitiv abgeschlossen“, sagte Christian W., der vor gut einem Jahr zum Wehrführer und Vorsitzenden der Feuerwehr Bettenhausen-Forstfeld gewählt worden war. Seines Wissens, so Christian W. sei auch der Sicherheits-Fachmann, der zum Osterfeuer engagiert war, ein Aussteiger, der in der Szene nicht mehr aktiv sei.

Sein Rücktritt falle ihm nicht leicht, sagt der scheidende Feuerwehr-Chef, denn er sei mit Herzblut dabei gewesen. Gerade weil er nach seinem Abwenden von der rechten Szene bei der Feuerwehr eine neue Heimat gefunden und gelernt habe, „dass es auch anders geht.“

Bürgermeister Jürgen Kaiser als Brandschutz-Dezernent der Stadt sagte, dass über eine rechtsextreme Vergangenheit des Wehrführers zuvor nichts bekannt gewesen sei. In der Ausübung seiner Funktion habe sich der Ehrenbeamte der Stadt seines Wissens nichts zuschulden kommen lassen. Mit dem Rücktritt sei die Angelegenheit für die Stadt erledigt.

Andernfalls hätte man sich ein Führungszeugnis des Mannes vorlegen lassen. Nachdem vor einigen Tagen die Vorwürfe im Rathaus bekannt geworden seien, habe man eine solche Prüfung umgehend in die Wege geleitet. „Rechtsradikales Gedankengut hat in keinem Verein in der Stadt etwas zu suchen“, stellt Kaiser klar.

Nach Angaben der Polizei wird gegen den 33-Jährigen nicht ermittelt.

Rubriklistenbild: © dpa

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