Diakonie-Kliniken: Abriss des Altbaus läuft - Neubau für 25,4 Mio. Euro bis 2015

Bettenhaus muss Platz machen

Jens Wehmeyer

vorderer westen. Endspurt bei den Diakonie-Kliniken Kassel: Nun rücken die Abrissbagger dem alten Bettenhaus zu Leibe. Der 1970er-Jahre-Bau des Diakonissenkrankenhauses an der Goethestraße/Ecke Kirchweg fällt ebenso wie der alte Haupteingang und ein schmaler Streifen des Altbaus von 1883.

An ihrer Stelle entsteht ein 25,4 Millionen Euro teurer Neubau mit Platz für 174 Betten in 90 Patientenzimmern auf sechs Etagen. Ein Spezialbagger mit einem 30 Meter langen Ausleger reißt zurzeit den Gebäudeteil am Kirchweg ab. Danach folgt der Kopfbau an der Goethestraße mit der ehemaligen Intensivstation, der zuletzt das Schlaflabor beherbergte und als Ausweichquartier für Haus Salem diente. Der 1954 wieder aufgebaute Altbau von 1883 bleibt weitgehend erhalten. Nach dem Umzug 2015 in den Neubau wird er nur noch für die Verwaltung genutzt und das Bereitschaftsdienstzimmer beherbergen. Wenn der Neubau fertig ist, können auch die restlichen Abteilungen des Burgfeld-Krankenhauses in den Vorderen Westen ziehen.

Zukunftspläne

Irgendwann werde auch der Altbau weichen müssen, damit die Koch-Klinik an den Standort verlegt werden könne, sagt Jens Wehmeyer, Geschäftsführer der Diakonie-Kliniken. Aber das sei noch Zukunftsmusik und vor 2018/2020 nicht umsetzbar.

Für den Abriss des alten Bettenhauses sind drei Wochen pro Gebäudeteil eingeplant. Anfang Juli sollen die Arbeiten beendet sein. Ein Teil des Schutts wird laut Baukoordinator Marc Arnoldi eingesetzt, um die alten Kellerräume aufzufüllen, die zum Teil erhalten bleiben. Für den Neubau, dessen Fassade mit hellem Sandstein verkleidet wird, sind drei Jahre Bauzeit veranschlagt, davon zwei Jahre für den Hochbau.

Viel Zeit werden die Gründungsarbeiten einnehmen. Der Boden in der Hanglage weist laut Arnoldi Einlagerungen eines sehr festen Gesteins auf, das mit großem Aufwand aufgebrochen und entfernt werden muss. Aus diesem Grund sei die Kasseler Spezialfirma Kratzenberg Erd- und Grundbau-Ingenieure im Einsatz. Der Bauschutt aus dem Abriss wird getrennt entsorgt - wie Glas, Metall und asbesthaltiges Material. Vor dem Baustart wird der Boden zudem vom Kampfmittelräumdienst untersucht.

Die Diakonie-Kliniken müssen den Neubau lediglich zwischenfinanzieren. Die Kosten trägt das Land. Es übernimmt 22,5 der 25,4 Millionen Euro, der Rest kann laut Wehmeyer über Baupauschalen abgerechnet werden. „Wir haben aber auch zwölf Jahre darauf gewartet“, sagt Wehmeyer. 25 000 Euro wurden für ein Lärmschutzgutachten ausgegeben. Laut Wehmeyer gut angelegtes Geld: So sei man während der Bauzeit auf der sicheren Seite.

Der neue Eingang der Diakonie-Kliniken liegt an der Herkulesstraße 34. Dort ist auch die Einfahrt zur Tiefgarage. Besucher können das Krankenhaus auch über den Nebeneingang neben der Liegendanfahrt am Kirchweg betreten.

Von Ellen Schwaab

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