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Neue Hoffnung für Salzmann-Gelände: 500 Wohnungen geplant

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Von: Jörg Steinbach, Thomas Siemon

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So soll es werden: Auf dem Gelände des Industriedenkmals Salzmann an der Sandershäuser Straße im Stadtteil Bettenhausen will Eigentümer Dennis Rossing bis zu 500 Wohnungen bauen. Die Ziegelbauten der historischen Fabrik sollen erhalten werden. Blick von Nordosten auf das Areal, vorn rechts die Sandershäuser Straße, links die Agathofstraße. © Computergrafik: Rosco

Kassel. Neuer Anlauf zur Rettung des Industriedenkmals Salzmann: Der Eigentümer will die gescheiterten Baupläne aufgreifen und für knapp 80 Millionen Euro bis zu 500 Wohnungen errichten.

Seit die Wiesbadener BHB Bauwert Holding wegen zu großer Risiken im Jahr 2015 die Notbremse gezogen hatte, war die Zukunft des 37.000 Quadratmeter großen Areals in Bettenhausen wieder ungewiss.

Eigentümer Dennis Rossing hatte die bereits weit fortgeschrittene Planung im vergangenen Jahr gekauft und will nun mit der Bad Hersfelder Rosco-Gruppe das Vorhaben mit eigenem Geld und weiteren Investoren stemmen. Freilich sollen nicht mehr wie einst geplant Luxusimmobilien gebaut werden, sondern bezahlbarer Wohnraum. Im städtischen Bauamt wird das Vorhaben bereits seit Herbst 2017 begleitet. Der Konflikt zwischen geplantem Wohnen an der Sandershäuser Straße und dem dort ansässigen Gewerbe, der damals mit ein Auslöser für die BHB-Absage gewesen war, sei gelöst, sagt Baurat Christof Nolda (Grüne). Gemeinsam mit dem Investor stellte er am Freitagabend die Pläne vor.

Rossing möchte schon im Herbst loslegen und rechnet mit einer Bauzeit von zweieinhalb Jahren. Noch ein Winter sei schlecht für die denkmalgeschützten Ziegelbauten. Die sind durch Vandalismus sowie Metalldiebe komplett verwüstet, die Witterung setzt den Resten der Salzmannfabrik heftig zu.

Salzmann Bettenhausen, Kulturfabrik Salzmann, Salzmann-GeländeFoto: Andreas Fischer
Die denkmalgeschützten Ziegelbauten sind durch Diebe und Vandalen beschädigt. © Archivfoto: Andreas Fischer

Wir klären die wichtigsten Fragen zum erneuten Versuch einer Salzmann-Rettung:

Hat sich die frühere Planung aus den Jahren 2014/15 den verändert?

Ja, und zwar grundlegend. Jetzt sollen keine 200 Quadratmeter großen Lofts mehr gebaut werden, sondern preisgünstige Mietwohnungen. Geplant sind zudem ein Hotel- und Boardinghouse-System, um Apartements für einige Monate zu mieten, Senioren-Wohnen mit altersgerechtem Dienstleistungsangebot sowie eine Kindertagesstätte.

Was hat das mit dem Hotel- und Boardinghouse-Konzept auf sich?

In dem Gebäude an der Sandershäuser Straße sollen auf drei Stockwerken und 4000 Quadratmetern Fläche Apartements für Wochen oder Monate Mietdauer geschaffen werden. Solche Angebote werden gern von Firmen genutzt, die Mitarbeiter zeitweise in Kassel einsetzen.

Was soll den mit den historischen Sälen im ersten Obergeschoss sowie im Dachgeschoss passieren, um die lange gestritten wurde?

Sie sollen erhalten, ins Boardinghouse eingebunden und wie Eingang und Lobby Teil einer Begegnungsstätte werden. Die soll von Künstler und Kulturschaffenden genutzt werden, die in den künftigen Salzmann Höfen wieder willkommen sind.

Was ist im Hinblick auf das Senioren-Wohnen geplant?

Senioren-Residenzen wie Augustinum oder Mundus sind sehr gefragt, weil es immer mehr ältere Menschen gibt. Auf dem Salzmann-Areal sind 150 altersgerechte Apartements geplant. Die Bewohner können bei Bedarf häusliche, Langzeit-, Kurzzeit sowie Tagespflege nutzen und ebenso eine Begegnungsstätte.

Wird es genügend Parkplätze für soviele Wohnungen geben?

An der Ecke Sandershäuser Straße/Agathofstraße soll wie bereits früher geplant ein neues großes Parkhaus mit 600 Autostellplätzen gebaut werden.

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Blick auf die Ecke Sandershäuser Straße (rechts) und Agathofstraße (links): An die alten Fabrikgebäude wird ein Parkhaus mit 600 Stellplätzen (links) angebaut. © Computergrafik: Rosco

Gibt es eine Schätzung, was das alles insgesamt kosten wird?

Dennis Rossing kalkuliert mit rund 35 Millionen Euro für Sanierung und Umbau der alten Fabrikgebäude. In die sechs Neubauflächen auf dem Gelände sollen 45 Millionen Euro investiert werden. Rossing will gern selbst bauen, führt aber auch bereits Gespräche mit Interessenten aus der Stadt sowie außerhalb Kassels.

Was soll denn aus dem alten Kesselhaus auf dem Gelände werden?

Dort könnte eine Kindertagesstätte entstehen. Dazu gebe es bereits Anfragen von möglichen Kita-Betreiber, sagt Rossing.

Ist denn auch eine Gastronomie im neuen, Salzmann Höfe genannten Wohnquartier geplant?

Im Hochparterre des Gebäudes an der Sandershäuser Straße soll es gastronomische Angebote mit einem Außenbereich im Erdgeschoss geben.

"Keine Edelgastronomie", sagt Rossing, sondern ein niedrig- bis mittelpreisiges Restaurantkonzept, „mit dem schon gute Erfahrungen gemacht wurden“. Das Restaurant sei nicht nur für das Boardinghouse und das Senioren-Wohnen gedacht, es soll auch für weitere Gäste aus Kassel attraktiv sein, „hier einzukehren und den Stadtteil Bettenhausen aus einem neuen Blickwinkel zu erleben."

Salzmann-Chronik: Auf Erfolg folgte Scheitern

Die ehemalige Salzmannfabrik in Bettenhausen hat eine 140-jährige Geschichte:

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