Gelände an der Lilienthalstraße

Abrissarbeiten im Unternehmenspark Kassel abgeschlossen

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Die alten Hallen sind weg: Die unmittelbar an den riesigen Lagertanks gelegenen Gebäude im Unternehmenspark Kassel (UPK) an der Lilienthalstraße wurden abgerissen. Über die künftige Nutzung der Flächen ist noch nicht entschieden.

Bettenhausen. Einige der alten Industriegebäude im Unternehmenspark Kassel (UPK) sind abgerissen. Die historischen Produktionshallen mussten wegen des benachbarten großen Tanklagers fallen.

Neue Sicherheitsbestimmungen ließen nicht mehr zu, dass sich im unmittelbaren Gefahrenbereich viele Menschen und Kunden aufhalten, die nicht in Sicherheitsvorschriften eingewiesen sind.

Deshalb mussten zum Beispiel die Fliegenden Köche ihr Hauptquartier in den alten Hallen räumen. Betroffen war aber etwa auch der Kasseler Slotcar-Club, der ebenfalls im vergangenen Jahr aus dem Gebäude Nr. 17 ausziehen musste und in Gudensberg ein neues Domizil für seine Modellrennbahn gefunden hat.

„Wir hatten in den alten Hallen einen städtebaulich sehr schönen Mix an Nutzern aus Gewerbe, Handwerk und Gastronomie,“ sagt Robert Jung, Geschäftsführer der Berlinhaus Verwaltung, einem Unternehmen der Berliner Prajs & Drimmer-Gruppe. „Leider konnten die Nutzungen aufgrund von behördlichen Auflagen im Zusammenhang mit dem anliegenden Öltanklager nicht fortgeführt werden.“

Die Abrissarbeiten im Unternehmenspark Kassel an der Lilienthalstraße im Stadtteil Bettenhausen hatten im Januar dieses Jahres begonnen. 2

Daher habe man sich in enger Abstimmung mit der Stadt zum Abbruch mehrerer Hallen entschieden. Was dort in Zukunft entstehen soll, wird noch verhandelt. „Derzeit befinden wir uns in intensiven Gesprächen mit möglichen Nutzern der Fläche“, erklärt Jung. Das Ziel sei, „gemeinsam mit der Stadt ein Konzept für die weitere Nutzung aufzustellen, welches den UPK positiv weiterentwickelt und neue Arbeitsplätze für Kassel schaffen wird.“

Die nur einen Steinwurf von den abgerissenen Hallen entfernten riesigen Kraftstofflagertanks werden von der Trans Tank GmbH betrieben. Das Unternehmen in Gelsenkirchen betreibt fünf Tanklager in Deutschland unter anderem zur Tankstellen- und Flughafenversorgung sowie für den Umschlag von chemischen Produkten. Standorte der Tanklager sind neben Kassel auch im südhessischen Ginsheim-Gustavsburg, Nürnberg, Köln und Gelsenkirchen.

Das Tanklager in Kassel dient der Lagerung und dem Umschlag von Otto- und Dieselkraftstoffen, leichtem Heizöl sowie von Additiven, die den Kraftstoffen zur Verbesserung der Eigenschaften zugemischt werden.

Diese extrem entzündbaren, umweltgefährdenden und gesundheitsschädlichen Stoffe werden in Tanks oberirdisch gelagert. Die Anlieferung erfolgt per Eisenbahnkesselwagen, die Auslieferung via Straßentankwagen.

Profis am Werk: Mitarbeiter der Baunatal Abbruchfirma Schnittger sorgten für den gesicherten Abriss der alten Industriegebäude im UPK.

„Das ist eine Seveso III-Anlage“, sagt Volker Mohr, Chef der Kasseler Bauaufsicht. Seit Ende 2016 und Januar 2017 gelten neue Bundesgesetze zur Umsetzung der Seveso III-Richtlinie der Europäischen Union zur Beherrschung der Gefahren schwerer Unfälle mit gefährlichen Stoffen.

Wegen der verschärften Sicherheitsvorkehrungen dürften sich um Umfeld solcher Anlagen nur noch Personen aufhalten, die zum Beispiel als Mitarbeiter benachbarter Betriebe entsprechend geschult seien, wie sie sich im Fall eines schweren Unfalls im Tanklager nebenan zu verhalten haben, erklärt Mohr.

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