Modellvorhaben der Stadt

Anstoß zum Energiesparen in Wohnsiedlung südlicher Eichwald

Blick auf die Wohnsiedlung südlicher Eichwald (im Vordergrund) im Stadtteil Bettenhausen: In der Bildmitte ist die evangelische Jakobuskirche zu erkennen. Unser Bild entstand mithilfe einer Drohne vom Sportplatz im Eichwald aus. Foto: Fischer/Skypic

In der Eichwald-Siedlung in Bettenhausen will die Stadt den Hauseigentümern Anstöße für Energieeinsparung geben und die Sanierung der Häuser aus den 1950er-Jahren unterstützen.

Das Modellvorhaben startet Anfang Juni. Dann wird ein Sanierungsmanager im Quartier Klinken putzen, um die Hausbesitzer zu beraten und gemeinsam mit ihnen nach kostengünstigen Lösungen zu suchen.

Kein Eigentümer werde zur Energieeinsparung gezwungen, versichert Manuela Nutz, im städtischen Umwelt- und Gartenamt zuständig für Klimaschutz und Energieeffizienz. Für viele Hausbesitzer könne es sich aber lohnen, in die Energieeinsparung zu investieren. Es gibt dafür günstige Kredite und Zuschüsse. Bereits für eine professionelle Gebäudeenergieberatung, die 800 bis 1000 Euro kostet, zahlt der Bund die Hälfte als Zuschuss.

Der Sanierungsmanager soll den Hauseigentümern als Lotse im Förderdschungel dienen. Er kennt sich damit aus, wie an Fördermittel heranzukommen ist. „Die Fördertöpfe sind voll“, sagt Manuela Nutz, „man muss das Geld nur abholen.“ Wenn Hauseigentümer sich entschließen, die alte Ölheizung etwa durch einen modernen Gas-Brennwertkessel zu ersetzen, für bessere Wärmedämmung zu sorgen oder die Sonnenkraft durch Anlagen auf dem Dach zur Stromproduktion oder Erwärmung von Brauchwasser zu nutzen, können sie nicht allein Energie und damit Geld sparen sowie die Umwelt entlasten. Das Haus bekomme zudem einen besseren Gebrauchswert und die Immobilie erfahre eine Wertsteigerung, erklärt Nutz.

„Siedlung hat Potenzial“

Das „Energetische Quartiersentwicklungskonzept südlicher Eichwald“ umfasst annähernd 600 meist Ein- und Zweifamilienhäuser. Das Plangebiet erstreckt sich zwischen Fasanenweg, Autobahn 7, der Straße Bunte Berna und der Heiligenröder Straße. Dort „tut sich eine ganze Menge, die Siedlung hat Potenzial“, sagt Nutz.

Es sei keine leichte Aufgabe, die 600 einzelnen Hauseigentümer von den Vorteilen der energetischen Sanierung zu überzeugen. „Es gibt hier keine großen Wohnungs-Gesellschaften mit zahlreichen Gebäuden.“ Um etwas zu bewirken, „braucht man einen langen Atem und ein gutes Konzept.“ Das Modellvorhaben wird sich die Stadt zunächst 88 000 Euro kosten lassen. Die Einstellung eines Fachmanns als Sanierungsmanager macht den Löwenanteil dieser Summe aus, von der 67 000 Euro als Fördergeld an die Stadt fließen. Heute werden in der Wohnsiedlung südlicher Eichwald jährlich rund 7500 Tonnen Kohlendioxid aus den Schornsteinen in die Luft gepustet. Wenn es gut läuft, könnte diese Menge bis zum Jahr 2020 um ein Viertel reduziert werden.

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