Behörde fordert 495.000 Euro

Bauschutt auf Salzmann-Gelände: Rossing klagt gegen Regierungspräsidum

Kassel. Dennis Rossing, Noch-Eigentümer des Salzmann-Geländes in Bettenhausen, hat das Kasseler Regierungspräsidum (RP) verklagt. In dem Streit geht es um fast 20.000 Tonnen Abriss-Schutt, die Rossing nach wie vor auf dem Gelände lagert und trotz mehrfacher Aufforderung durch das RP nicht räumt.

Die Behörde hatte Rossing im April endgültig aufgefordert, den Bauschutt zu entfernen. Ansonsten, so die Drohung, müsse er 495.000 Euro bezahlen, damit das RP die Beseitigung des Bauschutts selbst in Auftrag geben kann. Das nennt man Ersatzvornahme. Gegen die Räumungsanordnung des RP hat Rossings Firma „Industrie Denkmal GmbH & Co. Objekt Salzmanngelände KG“ beim Verwaltungsgericht Kassel Klage eingereicht.

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Rossing argumentiert, dass es sich nicht um Schutt und damit auch nicht um eine genehmigungspflichtige Deponie handele. „Das sind für uns gute Baumaterialien, mit Abfall hat das nichts zu tun“, sagte er auf Anfrage der HNA. Die alten Ziegelsteine und weiteres Abbruchmaterial könne man bei künftigen Bauvorhaben wiederverwenden – beispielweise für Verfüllungen. Solange nicht feststehe, was aus dem Salzmann-Gelände werde, sagt der Bad Hersfelder Unternehmer, werde er die Materialen daher nicht entsorgen.

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Wie berichtet, hat Rossing inzwischen einen Käufer für das 37.000 Quadratmeter große Gelände gefunden: Die Firma BHB Bauwert Holding will dort 300 bis 400 Wohnungen bauen. Der Kaufvertrag wird allerdings erst wirksam, wenn Baurecht für das Vorhaben besteht. Nach Auskunft von Uwe Birk, Geschäftsführer der BHB Bauwert, könne das bis Mitte 2015 dauern. Vertraglich sei geregelt, dass das Gelände aufgeräumt übergeben werden muss. Birk: „Den Müllhaufen muss Herr Rossing noch entsorgen.“

Rossing sagte auf Nachfrage der HNA, dass er dies auch tun werde, sobald klar sei, dass das Material nicht mehr benötigt werde.

Von Katja Rudolph

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