Wohnen in alter Fabrik

BHB Bauwert Holding will Pläne für Salzmann am 20. Oktober im Rathaus vorlegen

Die denkmalgeschützte Salzmann-Fabrik in Bettenhausen: In den historischen Ziegelbauten und auf dem Gelände will die BHB Bauwert Holding bis zu 400 Wohnungen errichten. Foto: Fischer

Kassel. Am 20. Oktober will die BHB Bauwert Holding der Stadt ein Gesamtkonzept für das Salzmann-Areal in Bettenhausen präsentieren. Die Voruntersuchungen für die Wohnbebauung seien inzwischen abgeschlossen, sagte Projektbetreuer Frank Hirdt auf HNA-Anfrage.

Beim jüngsten Evangelischen Forum zum Thema Industriedenkmal Salzmann hatten Kritiker berichtet, die künftigen Wohnungen wären schon so gut wie vermarktet. „Die Behauptungen, dass wir schon im Vertrieb seien, ist nicht richtig“, stellt Hirdt klar.

Lesen Sie auch:

- 18.000 Tonnen Schutt: RP will endlich auf dem Salzmann-Gelände aufräumen

- Bauschutt auf Salzmann-Gelände: Rossing klagt gegen Regierungspräsidium

-Investor will Salzmann behutsam entwickeln - Regionale Planer im Boot

Im Internet-Auftritt der BHB Holding sind die „Salzmann Höfe“ in Kassel bereits als aktuelles Projekt genannt. In drei Computeranimationen ist schon mal zu sehen, wie „stilvolles Loftwohnen hinter historischen Mauern in Kassel“ aussehen könnte.

Im Evangelischen Forum erklärte Oliver Leuer, Geschäftsführer des Vereins Kulturfabrik, dass das Salzmann-Forum mit dem neuen Investor BHB ins Gespräch kommen möchte. Man wolle einen Mix erreichen, bei dem das Areal auch kulturell weiter genutzt werde und der industrielle Charme erhalten bleibe.

Durch den Bau von Wohnungen werde das industrielle Erbe, das Salzmann darstellt, zerstört, sagte Dr. Peter Schirmbeck, Initiator der Route der Industriekultur Rhein-Main, und bekam dafür Applaus. Er war als Redner für die dritte Veranstaltung der Reihe „Alte Industriedenkmäler neu genutzt“ im Evangelischen Forum und berichtete über die Situation in Frankfurt und Umgebung.

Mehr zu Salzmann lesen Sie im Regiowiki

Schirmbeck kritisierte, dass industrielle Gebäude immer schlecht behandelt würden. Historische Schlösser saniere man außen und innen, bei der Industrie würden die Einrichtungen verschrottet oder verkauft und die Räume dann ganz anders genutzt.

Die 40 Teilnehmer des Forums diskutierten danach mit dem Redner, wie das Salzmann-Areal in ihrem Sinne zu retten sei. Schirmbeck selbst schlug ein Landesmuseum für Industrie und Technik in den Ziegelbauten vor, nachdem das Tapetenmuseum kein Thema mehr sei. Auch die zeitweilige Nutzung der Räume für Veranstaltungen wie die documenta wurden genannt.

Am Dienstag, 14. Oktober, dem Tag der Baukultur, will der Verein Kulturfabrik eine Unterschriften-Sammlung an die BHB Holding weitergeben, um die Industriekultur zu erhalten. (ach/jda)

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.