Wohnquartier Salzmannshausen

Bürogebäude erzürnt Nachbarn: Baustart im kommenden Jahr

Unten Parkplätze, oben Büros: Der geplante, dreigeschossige Neubau an der Ellenbacher Straße in Bettenhausen wird über der Parkebene aufgeständert und bekommt oben ein Staffelgeschoss. Computeranimation: BPG Bau + Plan Bremen

Bettenhausen. Im Wohnquartier Salzmannshausen soll ein neues Bürogebäude entstehen. „Wir hoffen auf einen Baustart im Jahr 2015“, sagt Architekt Christian Bockholt, geschäftsführender Gesellschafter des planenden Architekturbüros BPG in Bremen.

Für insgesamt rund sieben Millionen Euro sollen 3000 Quadratmeter Bürofläche auf der etwa 3500 Quadratmeter großen Grünbrache zwischen Spangenberger und Dresdener Straße entstehen. Bockholt rechnet mit einem Jahr Bauzeit. Dass in Kassel zahlreiche Büros leerstehen, schreckt den Investor, dessen Namen der Architekt noch nicht öffentlich nennen will, nicht ab. Es gebe bereits Nutzer und weitere Interessenten für die geplanten Büroflächen. Bockholt berichtet von einer angenehmen und flotten Zusammenarbeit mit der Stadt Kassel und der Wirtschaftsförderung.

Die Stadt drückt bei dem Bauvorhaben, für das ein städtebaulicher Vertrag mit dem Investor geschlossen wurde, aufs Tempo. Mit dem Bürohaus werde das Stadtbild entlang der Dresdener Straße aufgewertet.

Weil der Bebauungsplan im beschleunigten Verfahren aufgestellt wird, „ist keine vorgezogene Bürgerbeteiligung im Verfahren vorgesehen und wurde auch nicht durchgeführt,“, sagt Stadt-Pressesprecher Ingo Happel-Emrich. Die Offenlegung des Planes wurde bereits von der Kasseler Stadtverordnetenversammlung beschlossen. Bis zum 31. Oktober können Nachbarn und andere Betroffene zu dem Plan Einwände und Anregungen geltend machen. Anwohner der Spangenberger Straße haben Widerstand angekündigt, weil sie sich vom Bauvorhaben überrumpelt fühlen. Der Bebauungsplan war am 12. Juni im Ortsbeirat Bettenhausen in einer öffentlichen Sitzung vorgestellt und vom Beirat zustimmend zur Kenntnis genommen worden.

„Wir stehen zu der Entscheidung“, sagt Ortsvorsteher Enrico Schäfer (SPD). Mit dem Neubau könne die Brachfläche vernünftig genutzt werden und mindere für die Anwohner an der Spangenberger Straße den Lärm von der vielbefahrenen Dresdener Straße. Die Stadt hätte aber gut daran getan, die betroffenen Bürger frühzeitiger über die Planung für das neue Bürogebäude zu informieren, sagt Schäfer.

Von Jörg Steinbach

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