Betreiber sucht Alternativen

Musikpark A7 in Kassel: Betroffenheit über mögliche Schließung

Ob die Großraumdisco noch mal öffnen wird, ist unklar: In Kassel gibt es Gerüchte, dass der Musikpark A7  bald zur Lagerhalle werden könnte.
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Ob die Großraumdisco noch mal öffnen wird, ist unklar: In Kassel gibt es Gerüchte, dass der Musikpark A7 bald zur Lagerhalle werden könnte.

Wird der Musikpark A7 womöglich geschlossen? In sozialen Medien reagieren viele Kasseler enttäuscht auf die Nachricht. Es gibt aber auch Verständnis.

Update vom Donnerstag, 11.03.2021, 14.35 Uhr: Die Nachricht, dass der Musikpark A7 in Kassel möglicherweise nicht mehr öffnen könnte, hat in den sozialen Medien für viele Reaktionen gesorgt. So heißt es: „Kassel, macht bitte einen Spendenaufruf“. Andere schreiben: „Für die Jugendlichen echt schade, für sie gibt es nichts mehr.“

Viele, die auf der Facebook-Seite der HNA kommentieren, erinnern sich an ihre Jugend und frühere Zeiten zurück. Eine Nutzerin schreibt, sie ist dem Musiktheater seit 15 Jahren treu geblieben. Für die Stammgäste „geht eine Ära zu Ende“. Viele bezeichnen das A7 als „zweites Zuhause“ oder erinnern sich an legendäre Abende in der „Mausefalle“.

Mögliche Schließung des A7: Menschen aus Kassel schwelgen in Erinnerungen

Obwohl viele Verständnis für die Maßnahmen zeigen, kritisieren andere, dass für Clubs in der Pandemie eine Perspektive fehle. Ein Nutzer schreibt: „Ich selbst war bisher noch nie in einer Disco. Bin eher jemand, der sich auf Volksfesten oder in Freizeitparks wohlfühlt. Aber ich glaube, wenn das A7 schließt, wäre das ein Riesenverlust für die ganze Region und die Kultur im Allgemeinen.“

Ein anderer schlägt vor, die Halle erstmal als Lagerhalle zu nutzen und nach Corona sie wieder als Disco zu eröffnen. In den heutigen Zeiten müsse man flexibel sein und könne sich so vielleicht über Wasser halten.

Wird die Disco geschlossen? Musikpark A7 könnte zukünftig als Lagerhalle genutzt werden

Erstmeldung vom Dienstag, 09.03.2021: 5000 Besucher feierten 2001 die Eröffnung des Musikparks A 7 in Bettenhausen. Fast 20 Jahre später ist eine so große Zahl feiernder Menschen in einem Gebäude kaum vorstellbar. Corona trifft Clubs und Discos massiv – seit einem Jahr sind sie geschlossen. Und sie werden wohl auch die Letzten, die wieder öffnen dürfen. So ist es kaum verwunderlich, dass sich Gerüchte mehren, Kassels Großraumdisco A7, die einst Feiernde aus der gesamten Region anzog, könnte womöglich nie wieder eröffnen.

Dass dort noch mal gefeiert wird, will Geschäftsführer Ingo Zitzelsberger auch jetzt noch nicht ausschließen. „Aber es ist eben eine Perspektive, die unserer Branche fehlt. Da muss man sich Gedanken über Alternativen machen“, sagt er. Er leugnet auch nicht, dass es Interessenten gibt, die aus den fast 2000 Quadratmeter großen Flächen der ehemaligen Hagen-Batteriefabrik an der Miramstraße in Kassel eine Lagerhalle machen würden.

Disco Musikpark A7 in Kassel vor dem Aus? Bisher wurde durchgehalten

Zuletzt hatte Zitzelsberger, der seit 2018 Geschäftsführer der Disco Musikpark A7 ist, im vergangenen Sommer in einem Interview mit unserer Zeitung gesagt, noch könne man die Schließung finanziell stemmen. Aber wenn sich die Corona-Krise noch länger hinzöge, werde es irgendwann schwierig. Die Fixkosten für Miete und Betrieb beliefen sich allein pro Monat auf 20.000 bis 25.000 Euro – Personal- und sonstige Kosten noch nicht eingerechnet.

Anders als in anderen Clubs seien die Besucherzahlen im A7 Kassel zuletzt gestiegen, hatte Zitzelsberger gesagt. Für das neue Konzept hatte man nach Aussage des Geschäftsführers viel Zuspruch bekommen. Er war zuversichtlich, auch zukünftig den Reiz der Großraumdisco erhalten zu können.

Musikpark A7 in Kassel: zehn Millionen wurden zur Eröffnung 2001 investiert

Zur Eröffnung 2001 hieß es: Szenegänger müssen sich auf neue Dimensionen einstellen. Denn mit dem Musikpark A7 eröffnet nicht nur die spektakulärste Disco zwischen dem Ruhrgebiet und Thüringen und zwischen Hannover und Frankfurt, sondern mit zehn Millionen Mark Investitionskosten einer der beeindruckendsten Entertainment-Paläste der Bundesrepublik.

Doch das Ausgehverhalten jüngerer Menschen hat sich seitdem stark verändert. Noch vor Corona mussten in Kassel mehrere Clubs schließen, weil Jugendliche seltener feiern gehen.

Das frühere Musiktheater in Rothenditmold wird mittlerweile als Lagerhalle genutzt. Mehr als 30 Jahre traten hier Musik-Acts auf – von Casper bis Tocotronic. Das Gebäude an der Friedrich-Ebert-Straße, wo der Club Soda war, soll umgebaut werden. Auch der Club A.R.M. hatte bereits 2019 wegen finanzieller Probleme schließen müssen. (Kathrin Meyer)

Im Sommer haben bei einer Demo die Disco- und Clubbetreiber in Kassel für mehr finanzielle Unterstützung demonstriert.

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