Starkes Wachstum in kommenden Jahren geplant

Dedrone: Abwehr-Technik aus Kassel weltweit gefragt

Freunde und Geschäftspartner: Jörg Lamprecht (von links), Rene Seeber und Dr. Ingo Seebach führen die Dedrone GmbH. Lamprecht hält einen „Drone Tracker“, also einen Drohnenfinder, Seebach ein kleines Flugobjekt in Händen. Foto: Schachtschneider

Kassel. Der Kasseler Drohnenabwehr-Spezialist Dedrone ist erfolgreich in den Markt gestartet. Täglich werden acht „Drone Tracker“ (Drohnenfinder) gebaut.

Wie die Geschäftsführer Jörg Lamprecht und Dr. Ingo Seebach im Gespräch mit der HNA erklärten, hat die Serienproduktion des neuartigen Warnsystems in den neuen Geschäftsräumen im Hagen-Park an der Miramstraße begonnen.

Seit dem Frühjahr hat sich die Zahl der Beschäftigten auf 26 mehr als vervierfacht. Im kommenden Jahr soll die Belegschaft auf „mindestens 50“ wachsen, wie Seebach betonte. Derzeit werden die Drohnenfinder mit Handelspartnern in aller Welt. vertrieben

„Wir bewegen uns in einem Riesenmarkt“, sagt Lamprecht unter Hinweis auf die zunehmende Zahl von Drohnen. Global würden monatlich 400.000 der kleinen Fluggeräte verkauft, und fast täglich gebe es Meldungen über Industriespionage und die Ausspähung der Privatsphäre aus der Luft. „Jeder, der einen Zaun hat, ist ein potenzieller Kunde“, so Lamprecht.

Sein Partner Seebach spricht von Hightech-Erkennungstechnik mit einem Multi-Sensorsystem. Die kreuzförmigen Geräte erkennen auf 100 Meter Entfernung jeden Drohnentyp am Aussehen, Motorgeräusch und Flugverhalten und schlagen Alarm. Die komplexe Software wird ständig online aktualisiert – etwa wenn neue Fluggeräte auf den Markt kommen oder Verbesserungen aufgespielt werden müssen.

Seebach, Lamprecht und der dritte Geschäftsführer, Rene Seeber, sehen die Dedrone GmbH als weltweiten Technologieführer. „Es gibt Wettbewerber, aber deren Produkte können nicht, was unsere können“, sagt Lamprecht. „Das ist bislang einmalig“, fügt Seebach hinzu.

Im kommenden Jahr will Dedrone drei bis fünf Millionen Euro umsetzen, und bereits jetzt sind die vor einigen Wochen erst bezogenen neuen Räume zu klein.

Drohnen – kleine, Hubschrauber-ähnliche Fluggeräte – gibt es bereits ab 100 Euro. Profi-Multikopter, die bis zu 20 Kilo Last tragen und mittels GPS-Daten zielsicher bis zu 50 Kilometer weit fliegen können, kosten Zigtausende. Für die Industrie werden sie zunehmend zur Gefahr. Aber auch immer mehr Regierungsstellen, Militärbasen und andere wichtige staatliche Einrichtungen versuchen sich durch Abwehrtechnik vor Ausspähversuchen zu schützen. Und Sicherheitskreise warnen seit Längerem vor terroristischen oder kriminellen Anschlägen mithilfe der in vielen Lebensbereichen nützlichen Helfer.

Die drei Geschäftsführer haben die Dedrone GmbH zu Jahresanfang aus der Taufe gehoben und im April 26,3 Prozent der Anteile an den Wagniskapitalgeber Target Partners veräußert. Mit dem Verkaufserlös sollen das geplante Wachstum finanziert sowie die Weiterentwicklung der bislang einzigartigen Technologie vorangetrieben werden. Alle drei Partner sind seit Langem erfolgreich unternehmerisch aktiv.

Video der Firma Dedrone:

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