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Eichwald birgt große Gefahren für Fußgänger

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Von: Bastian Ludwig

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Sie weist auf Warnschilder hin: Im Eichwald seien viele Buchen und Eichen durch die Trockenheit der vergangenen Jahre geschädigt, sagt Ute Alsdorf von Hessen-Forst. Äste und Baumkronen können plötzlich abbrechen.
Sie weist auf Warnschilder hin: Im Eichwald seien viele Buchen und Eichen durch die Trockenheit der vergangenen Jahre geschädigt, sagt Ute Alsdorf von Hessen-Forst. Äste und Baumkronen können plötzlich abbrechen. © Bastian Ludwig

Ein Spaziergang im Eichwald ist nicht gefahrlos. Dies liegt an einer großen Zahl kranker Buchen und Eichen, deren Äste und Baumkronen regelmäßig abbrechen. Auch ganze Bäume sind schon umgekippt.

Bettenhausen - Seitdem der Wald in Bettenhausen im Jahr 2013 von Hessen-Forst zur „Kernfläche Naturschutz“ erklärt wurde, laufen dort keine Waldpflegearbeiten mehr. Der Wald wird sich selbst überlassen. Doch nun muss Hessen-Forst doch eingreifen, um die wachsende Gefahr für Spaziergänger abzuwenden.

„Hessen-Forst hat sich hier zum Naturschutz verpflichtet. Aber Verkehrssicherung ist wichtig“, sagt Ute Alsdorf, die bei Hessen-Forst für den Eichwald zuständig ist. In der nächsten Woche sollen daher 15 geschädigte Bäume an der Eichwaldstraße gefällt werden. Die Arbeiten beschränkten sich nur auf die kranken Bäume, die unmittelbar an der Eichwaldstraße stehen, so Alsdorf. Denn die ausgewählten Buchen, Eichen, Robinien und Eschen könnten auf die Straße stürzen. Die Trockenheit der vergangenen Jahre hatte ihnen zugesetzt. Pilze hatten sich im Holz ausgebreitet und die Bäume instabil gemacht.

Bereits vergangenes Jahr waren zur Verkehrssicherung am Fasanenweg mehrere Exemplare gefällt oder stark beschnitten worden. Vor allem der Baumschnitt durch Baumkletterer ist mit hohem Aufwand verbunden.

„Die Buchen haben besonders unter der Trockenheit gelitten“, sagt Alsdorf. Der Großteil der Buchen im Eichwald – einige sind über 100 Jahre alt – sei geschädigt. Auch etliche Eichen, von denen einige über 260 Jahre alt sind, seien betroffen.

„Wer im Eichwald spazieren geht, der tut es auf eigene Gefahr. Mehrere Bäume sind bereits zusammengebrochen“, berichtet Alsdorf. Entsprechende Warnschilder weisen Spaziergänger auf die Gefahr hin.

„Wir werden die Fällungen und den Rückschnitt nur auf die Bereiche am Fasanenweg und der Eichwaldstraße beschränken“, so die Mitarbeiterin von Hessen-Forst. Entsprechend vorsichtiger müssten jene Fußgänger sein, die auf den Pfaden im Wald unterwegs seien.

Der Eichwald erstreckt sich über eine Fläche von fast 29 Hektar – das entspricht 40 Fußballfeldern. Wegen der Nähe zur Eichwaldsiedlung ist der Eichwald ein beliebtes Gebiet für Spaziergänger. Dies macht es für Hessen-Forst zur Herausforderung, die Ziele des Naturschutzes mit der Verkehrssicherung überein zu bringen. So werden abgeschnittene Äste und Stämme im Wald liegen gelassen. Dies wiederum lockt immer wieder auch Holzdiebe an.

„Das ist hier ein wichtiger Lebensraum für viele Vögel und Insekten“, sagt Alsdorf. So lebt etwa der Eremit im Eichwald, ein in Deutschland selten gewordener Käfer.

Die Baumpflegearbeiten sollen bereits im Laufe der nächsten Woche abgeschlossen sein. (Bastian Ludwig)

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