Tag der Architektur mit ungewöhnlichen Einblicken - Neubauten durch Konjunkturprogramme

Eine Kicker-Umkleide mit Pfiff

Blick aus der Dusche: Die Taktikzeichnungen auf dem Boden fallen bei den neuen Umkleideräumen des BC Sport sofort ins Auge. Der elfjährige Finn zeigt sportlichen Einsatz. Foto:  Fischer

Kassel. Auf dem grasgrünen Fußboden sind Pfeile, Laufwege und Kreuze für die Positionen der Spieler zu sehen. Ganz so wie auf Taktiktafeln der Fußballtrainer. Helle Räume, großzügige Duschen hinter einem transparenten Spritzschutz, viel Tageslicht durch blickdichte Milchglasfenster und eine gläserne Außenhülle, die nachts in der Vereinsfarbe Blau leuchtet, sind charakteristisch für den Bau. Wenn es mit dem Klassenerhalt auch noch geklappt hätte, wäre die Welt beim Fußballverein BC Sport rundum in Ordnung.

„Unsere neuen Umkleideräume sind toll geworden“, sagt der 2. Vorsitzende Jörg Springer. Wenn Gästemannschaften kommen, gibt es immer wieder Kommentare, dass man mit so etwas nicht gerechnet hätte und das kein Vergleich zu den eigenen Räumlichkeiten sei.

Vorzeigeobjekte

Nicht nur die Sportler erkennen an, was da an mutiger, moderner Architektur in einem ansonsten eher tristen Umfeld am Ölmühlenweg in Bettenhausen entstanden ist. Die Umkleideräume gehörten zu den Vorzeigeobjekten beim Tag der Architektur in Kassel.

Möglich wurde der Bau durch die Finanzspritzen aus den Konjunkturprogrammen von Bund und Land. 450 000 Euro wurden auf dem Gelände des Vereins nach Angaben von Architekt Matthias Foitzik (Foundation 5+) investiert. Unter anderem für eine Lüftungsanlage, die offenbar gut funktioniert. Was es hier nicht gibt, ist der ansonsten typische muffige Geruch einer Umkleidekabine.

Die Konjunkturprogramme sind der rote Faden bei den architektonisch besonders gelungenen Bauten. Auch die neue Mensa der Ernst-Leinius-Schule in Harleshausen ist aus dem 60-Millionen-Euro-Paket, das die Stadt Kassel zur Verfügung hatte, finanziert worden. Hier essen die Grundschulkinder. Fenster in Sitz- und Augenhöhe der Kinder, freundliche Farben und viel Tageslicht: Für die Schule ist die Mensa, die auch als Aufenthaltsraum genutzt werden kann, ein großer Fortschritt. 780 000 Euro wurden hier im Auftrag der Stadt verbaut. Architektin Regina Streckebach war für die Planung verantwortlich.

„Im Herbst wird der Anbau der Heinrich-Schütz-Schule fertig, dann sind alle Projekte aus dem Konjunkturprogramm abgeschlossen“, sagt Hans-Joachim Neukäter. Er ist Leiter des städtischen Hochbauamtes, das dieses riesige Paket mit über 40 Einzelprojekten koordiniert hat.

Die Auswahl der Gebäude durch die Architekten- und Stadtplanerkammer Hessen ist eine Anerkennung für die Qualität der Arbeit. In diese Reihe gehören auch der Neubautrakt an der Schenkelsbergschule (Oberzwehren) und die Mensa der Fridtjof-Nansen-Schule (Rolf Jentzsch und Partner), die 840 000 Euro gekostet hat.

Sanierte Turnhalle

Die Grundschule in Süsterfeld-Helleböhn hat zudem eine komplett sanierte und architektonisch aufgewertete Turnhalle bekommen. Für dieses Projekt standen weitere 1,6 Millionen Euro aus dem Konjunkturprogramm zur Verfügung.

Von Thomas Siemon

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