Baukran rückt am Freitag an

Kasseler Salzmann-Gebäude wird gegen Vandalismus und Witterung gesichert

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Fenster werden mit Holzplatten verschlossen: Nikita Stepanovs (links) und Fabian Keck von der Firma Indoor Design sind seit Montag an der Fassade der Salzmann-Fabrik zu Gange.

Kassel. Der erste Schritt für die geplante Sanierung und den Umbau der denkmalgeschützten Salzmann-Fabrik in Bettenhausen ist getan. Bauarbeiter sind dabei, die leerstehenden Backsteinbauten gegen unberechtigten Zutritt und eintretendes Regenwasser zu sichern.

100.000 Euro investiere Rossing in die Arbeiten, sagt der Sprecher des Bad Hersfelder Unternehmers, Jo Fechner. Die über 100 Jahre alten Salzmann-Gebäude an der Sandershäuser Straße haben in den vergangenen Jahren stark gelitten. Was nicht dem Vandalismus und Brandstiftern zum Opfer fiel, hat der in die zerschlagenen Fenster eintrettende Regen erledigt.

Nun keimt Hoffnung auf. Seit Montag werden alle Fenster mit Holzplatten verschlossen. Auch die Türen werden verrammelt. Zuletzt waren sie immer wieder aufgehebelt worden. Zudem sind Fassadenarbeiten im Gange, um lockere Schindeln zu befestigen. Am Freitag wird ein Kran aufgebaut, um die Dachflächen abzudichten.

Geplündert und verwüstet: Der historische Sitzungssaal in der Salzmann-Fabrik hat unter dem jahrelangen Leerstand sichtlich gelitten.

Dies sei nur der Auftakt für den bevorstehenden Umbau, sagt Fechner. Wie die HNA berichtete, sollen 500 Wohnungen auf dem Areal entstehen. Dazu sollen auch sechs Neubauten auf den Freiflächen gebaut werden. 80 Mio. Euro kalkuliert Rossing für das Projekt. Derzeit werden im Rathaus die baurechtlichen Voraussetzungen geschaffen. „Sobald die Baugenehmigung vorliegt, legen wir los“, sagt Fechner. Wunschtermin für den Baustart sei der Herbst.

Neben einem gastronomischen Angebot und einem Hotel und Boarding-House soll in den Ziegelbauten wieder Platz für die Kultur sein. Dazu laufen Gespräche mit dem Verein Kulturfabrik Salzmann, der 2012 wegen einem bereits damals geplanten Umbau die Fabrik verlassen musste.

Die Stadt ist erfreut über die Sicherung. Dies sei der erste Baustein zum Erhalt und der weiteren Nutzung, so ein Sprecher.

Türen wurden immer wieder aufgehebelt 

Mit großen Spanplatten wurden zunächst Dutzende Fenster im Erdgeschoss verschlossen. Alle weiteren Fenster in den oberen Stockwerken, von denen viele zu Bruch gegangen sind, werden von innen gegen eintretendes Regenwasser gesichert.

Eine weitere Schwachstelle des Gebäudes sind die Türen. Obwohl diese auch bislang zugeschweißt waren, gelang es Unbekannten immer wieder, die Türen aufzuhebeln. So hatten unter anderem Metalldiebe freie Bahn, die alles aus der Fabrik entwendeten, was sie kriegen konnten. Dabei schreckten sie auch nicht davor zurück, Wände aufzustemmen.

Blick in eines der Treppenhäuser: Die Wände sind mit Graffiti übersät. Die Oberlichter sind beschädigt.

Sitzungssaal verwüstet und mit Graffiti beschmiert

Neben den Spuren der Diebestouren ist auch blinder Vandalismus in der Fabrik zu beobachten. So wurde etwa der historische Sitzungssaal verwüstet und mit Graffiti beschmiert.

„Nun werden wir die Türen so verschließen, dass es deutlich schwieriger wird, diese zu öffnen“, sagt Jo Fechner, Sprecher von Eigentümer und Investor Dennis Rossing.

Noch bis in die nächste Woche werden die Sicherungsarbeiten dauern, die im Vorfeld mit der Stadt Kassel abgestimmt wurden. Wie schnell dann mit dem Umbau und der Sanierung begonnen werden kann, hänge davon ab, wie schnell die baurechtlichen Voraussetzungen geschaffen sind, sagt Fechner. Die Stadt habe das Planungsrecht und nach deren Abläufen werde man sich richten. „Natürlich ist es unser Wunsch, so schnell wie möglich zu beginnen. Noch ein weiterer Winter würde dem Gebäude weiteren Schaden zuführen“, sagt der Sprecher von Rossing. Der Wunsch sei es, im Herbst zu beginnen.

Geplant ist der Bau von 500 bezahlbaren Mietwohnungen. Auch sollen Appartements für Senioren entstehen inklusive eines entsprechenden Dienstleistungsangebotes wie häusliche Langzeit-, Kurzzeit- und Tagespflege. Für das Kesselhaus auf dem Areal ist die Einrichtung einer Kita angedacht. An der Ecke Sandershäuser Straße/ Agathofstraße ist ein großes Parkhaus mit 600 Stellflächen vorgesehen.

Hier befindet sich das Salzmann-Gebäude in Kassel:

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