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Anwohner in Bettenhausen kämpfen seit 30 Jahren für Tempo 30

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Von: Matthias Lohr

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Sie wollen, dass vor ihrer Haustür langsamer gefahren wird: Andreas Gibhardt mit Via (von links), Reiner Steinacker, Erich Erhard, Petra und Helmut Mauer, Christiane Steinacker, Gabriele Erhard, Franz Aßmann, Edeltraud Heuer sowie Manuela Nehrkorn wohnen im Umbachsweg in Bettenhausen.
Sie wollen, dass vor ihrer Haustür langsamer gefahren wird: Andreas Gibhardt mit Via (von links), Reiner Steinacker, Erich Erhard, Petra und Helmut Mauer, Christiane Steinacker, Gabriele Erhard, Franz Aßmann, Edeltraud Heuer sowie Manuela Nehrkorn wohnen im Umbachsweg in Bettenhausen. © Matthias Lohr

Die Anwohner des Umbachswegs in Bettenhausen fordern schon seit drei Jahrzehnten Tempo 30 vor ihrer Haustür. Auch der Ortsbeirat ist dafür. Bislang ist der Protest erfolglos.

Kassel – Schon seit 2015 setzt sich Helmut Mauer mit seinen Nachbarn in Bettenhausen dafür ein, dass im Umbachsweg langsamer gefahren wird. In der Straße, die an der Autobahn 7 endet, gilt Tempo 50. Mit seinen Mitstreitern fordert Mauer Tempo 30 wie in den anliegenden Straßen auch. „Das wäre für alle von Vorteil“, sagt der Gründer von Mauers Baikschopp.

Die Anwohner fürchten nicht nur um die eigene Sicherheit, weil auf der schnurgeraden Straße manche Raser auch schon mal mit 70 Sachen unterwegs sind, wie sie berichten. Ihre Häuser würden erschüttert, wenn der Linienbus 29 der Kasseler Verkehrs-Gesellschaft (KVG) mit Tempo 50 vorbeifahre. Zudem klagen sie über Lärmbelästigung.

Das Problem ist sogar noch älter als der Kampf von Mauer und Co. Bereits im Mai 1992 berichtete die HNA über die „schnurgerade Straße, die zum Rasen herausfordert“. Damals wurde Tempo 30 verhindert, weil dann auch die Rechts-vor-links-Regel gelten müsste, wodurch die KVG-Busse ihre Zeitpläne nicht mehr einhalten könnten. „Tempo 30 scheitert an KVG“, lautete die Schlagzeile seinerzeit.

Auch der Ortsbeirat beschäftigte sich mehrmals mit dem Problem. „Wir fordern seit Jahren Tempo 30“, sagt Ortsvorsteher Volker Zeidler (SPD). Bislang sind die Bemühungen erfolglos. Eine Antwort der Stadt auf eine Anfrage unserer Zeitung macht den Anwohnern keine Hoffnung. „Als Hauptsammelstraße, die im Wesentlichen der Quartierserschließung dient, wurde der Umbachsweg seinerzeit nicht in die Tempo-30-Zone einbezogen“, teilt eine Rathaussprecherin mit. Für eine Beibehaltung der Höchstgeschwindigkeit von 50 km/h spreche auch „der 1,5 Kilometer lange, geradlinige Verlauf des Umbachswegs mit den schmaleren, einmündenden Nebenstraßen“.

Bislang gilt lediglich in Höhe der Grundschule Eichwäldchen Tempo 30, und das auch nur tagsüber. Dort messe das Ordnungsamt unregelmäßig die Geschwindigkeit der Verkehrsteilnehmer. Verkehrszählungen habe es im Umbachsweg bislang nicht gegeben.

Bei der KVG hat man sich mit Tempo 30 noch nicht beschäftigt, wie eine Sprecherin sagt. Das Thema sei bisher „nicht an uns herangetragen worden. Sollte die Straßenverkehrsbehörde eine solche Anfrage stellen, werden wir die Auswirkungen auf die Buslinie 29 prüfen.“

Die Anwohner des Umbachswegs wollen auf ihre Buslinie nicht verzichten. Sie wollen nur, dass die Busse langsamer fahren. Trotz der Einschätzung aus dem Rathaus werden sie weiterkämpfen, wie Mauer ankündigt: „Bald zünden wir Stufe 2 des Protests. Unsere Autos parken wir dann an der Straße, damit der Bus Schlangenlinien und langsamer fahren muss.“

Ortsvorsteher Zeidler empfiehlt den Anwohnern, jeden Freitag eine Demonstration zu organisieren: „Vielleicht passiert dann was.“ (Matthias Lohr)

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