HNA-Markt: Siegfried Frölich verkauft Fenstergläser mit biblischen Malereien – Herkunft ist unklar

HNA-Markt: Fundstücke aus der Privatkapelle

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Überbleibsel einer ehemaligen kleinen Privatkapelle: Siegfried Frölich zeigt hier zwei der noch erhaltenen Fenstermalereien mit christlichen Motiven.

Aus dem wolkenverhangenen Himmel strahlt goldfarben der Heilige Geist. Eine junge Frau in langem Gewand beobachtet ergriffen das Schauspiel, anscheinend betend. Ein junger Mann schaut hinauf zu einem Himmelsmann, der ihm etwas reichen zu wollen scheint: Ist es Moses, der die zehn Gebote empfängt?

Siegfried Frölich, der die alten Kirchenfenster mit den biblischen Motiven aus seinem Schuppen holt, rätselt und wüsste gern, was sie bedeuten. Vielleicht findet er ja dafür nicht nur einen Käufer sondern auch jemanden, der das Rätsel lösen kann.

Der 62-jährige Rentner kennt – wie er sagt – wenigstens einen Teil der Geschichte dieser Fenster. Sie seien Bestandteil einer kleinen Privatkapelle auf dem Hausgrundstück an der Freudenthalstraße gewesen, das er später kaufte, erzählt der frühere Jugendarbeiter.

Die Kapelle baute er zu einem Schuppen um. Die Fenster und einige Bilder mit sakralen Motiven habe er irgendwo verstaut und über die Jahre vergessen. Erst bei einer Aufräumaktion entdeckte Frölich sie wieder und erinnerte sich an die Geschichte der Privatkapelle, die er von Kind an hautnah verfolgen konnte, weil er im Nachbarhaus wohnte.

Kapelle vom Bischof gesegnet

Eines der Motive aus der ehemaligen Kapelle.

Begonnen habe alles in den 1960er-Jahren, als eine tiefgläubige Katholikin und ihr Mann das Haus an derFreudenthalstraße 9 erworben habe. „Das war eine sehr gebildete alte Dame“, sagt Frölich. Diese sei Anhängerin der von der katholischen Kirche abgefallenen Traditionalisten um den Bischof Marcel Lefebvre (gestorben 1991) gewesen, erzählt Frölich. Sie habe einen Schuppen zur Privatkapelle umgestaltet. In der Kapelle seien dann regelmäßig Gottesdienste der Traditionalisten abgehalten worden. Der Fuldaer Bischof habe die Kapelle sogar gesegnet. „Da gab es sogar einen Glockenturm. Den habe ich abgerissen, nachdem ich das Grundstück gekauft hatte“, berichtet der 62-Jährige. Die meisten Informationen hat er von Elke Resch, die die Geschichte der Kapelle im Internet aufgeschrieben hat (www.erinnerungen-im-netz.de)

Bildergalerie

HNA-Markt: Rätselhafte Fundstücke aus der Privatkapelle 

Die gläubige Hauseigentümerin starb 1976, die Kapelle wurde dann als Gotteshaus nicht mehr benutzt. Später zog Frölich ein. Die sakralen Fenster will er nun in gute Hände geben. Er hofft zugleich zu erfahren, wo die Fenster ursprünglich her stammen. „Die sind mindestens aus dem 19. Jahrhundert“, glaubt er. (pdi)

Kontakt: Siegfried Frölich, Freudenthalstraße 9, Kassel-Eichwald, Tel. 01 62 / 5 43 85 66

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