Birk: Stadt hat großes Potenzial

Investor will Salzmann behutsam entwickeln – Regionale Planer im Boot

Kassel. Bauschutt- und Schrottberge, Unrat, Wildwuchs und Verfall allenthalben: Die denkmalgeschützte Salzmann-Fabrik in Bettenhausen befindet sich in einem erbärmlichen Zustand. Doch das soll sich bald ändern. Geht es nach dem Baden-Badener Immobilienentwickler Uwe Birk, soll dort ab 2015 ein neues Quartier mit bis zu 400 Wohnungen entstehen.

„Ich habe die Gebäude gesehen und ein positives Gefühl verspürt“, beschreibt der Geschäftsmann den Charme, den das Gelände trotz seines heruntergekommenen Zustands noch immer ausstrahlt. „Sie eigenen sich gut zum Wohnen, wenn man mit Fantasie an die Sache geht“

Aber Birk ist offenbar keiner, der sich nur vom Bauchgefühl leiten lässt. Er habe sich Kassel vor dem Kauf des riesigen Geländes genau angeschaut: Wirtschaftsentwicklung, Bevölkerungsstruktur, Demografie, Uni und, und und... Und er sei zu dem Schluss gekommen: Die Stadt habe großes Potenzial.

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Zweifel, er könne am Ende auf den Wohnungen mit einem voraussichtlichen Quadratmeterpreispreis um 3000 Euro sitzenbleiben, plagen den Unternehmer nicht. „Ich habe jetzt schon eine Reihe von Anfragen“, sagt er. Die nordhessische Immobilienwirtschaft wird ihm vermutlich Recht geben. Derzeit gibt es mehr potenzielle Käufer als Wohnungen in der Stadt, guter Wohnraum wir zusehends knapp. Auch die Finanzwirtschaft weiß, dass angesichts historisch niedriger Zinsen sehr viel Geld in und außerhalb der Region darauf wartet, investiert zu werden.

Weitere Informationen zum Salzmann-Gelände gibt es im HNA-Regiowiki.

Birk stellt auch mit Blick auf mögliche Kritik an seinen bislang noch vorläufigen Plänen klar, dass sich das architektonisch und ökologisch anspruchsvolle Salzmann-Projekt für ihn nur rechne, wenn er auch etwa 140 neue Wohnungen bauen dürfe. „Die Kalkulation nur mit dem Bestand ist schwierig“, sagt der Immobilienexperte, der auf eine ganze Reihe großer Vorzeigeprojekte verweisen kann.

Uwe Birk

Ganz bewusst wolle er nicht jeden Quadratmeter ausreizen erklärt Birk. Wirtschaftlichkeit und der Erhalt des Charmes müssten sich die Balance halten. Daher werde er viel Luft auf dem Gelände lassen. Zu den geplanten Investitionen macht er derzeit noch keine Angaben. „Dazu ist es noch zu früh“.

Die ersten Gespräche mit der Stadt bezeichnet Birk als konstruktiv. Sie habe sich „sehr kooperativ“ gezeigt. Und mit dem Kasseler Architekturbüro Westermann und dem renommierten Städteplaner ANP um Barbara Ettinger-Brinckmann und Michael Bergholter hat der Investor bereits zwei lokale Partner im Boot. „Das Projekt ist so sensibel, dass man es mit Menschen entwickeln muss, die es kennen“, weiß Birk um die Zerbrechlichkeit seiner Pläne.

Für alle Fälle hat er sich im Kaufvertrag ein Hintertürchen aufgelassen. Wenn seine Salzmann-Pläne scheitern, kann er das Geschäft mit Rossing rückgängig machen.´

Von José Pinto

Rubriklistenbild: © HNA

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