Snack Point in Bettenhausen 

Döner-Imbiss in Kassel: Selbst Grönemeyer und Fanta 4 haben bei ihm schon gegessen

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Urgestein im Stadtteil: Nebil Sever betreibt seit 1993 den Imbiss Snack Point.

Nebil Sever betreibt den Döner-Imbiss Snack Point am Leipziger Platz im Stadtteil Bettenhausen. Er hatte dort bereits prominente Gäste. 

Als ihn mal jemand gefragt habe, ob er Lust hätte, an einer Fernsehshow teilzunehmen, hat Nebil Sever geantwortet: „Ich drehe hier eigentlich jeden Tag meine eigene Show.“ Was er damit meint, das merkt man sofort, wenn man „seine Bühne“ betritt: den Snack Point am Leipziger Platz.

„Hähnchen-Döner? Kein Problem. Und schön vorsichtig sein, der verleiht nämlich Flügel“, scherzt Nebil Sever mit seinen Kunden. Für seine launigen Sprüche in verschiedenen Sprachen und Rollen ist Sever in Kassel bekannt – mal begrüßt James Bond alias Nebil Sever hinter dem Tresen, mal empfängt der Showmeister seine Kunden mit „Ladies und Gentleman, was darf ich Ihnen denn heute zaubern.“

"Meine Döner sind Kunstwerke, die baue ich wie Picasso" 

Nachdenklich fährt sich Nebil Sever mit seinen kräftigen Händen durch den grauen Bart. Mittlerweile kämen schon die Kinder der Kinder, denen er früher einen Döner auf dem Nachhauseweg von der Schule gemacht habe, erzählt er. Als er 1993 seinen Snack Point eröffnet hat, hätten viele über den Namen den Kopf geschüttelt. Vor allem, weil man dahinter nicht unbedingt einen türkischen Imbiss vermutet hätte. Heute hätten viele Imbisse dann selbst „Snack“ oder „Point“ im Namen. Nebil Sever ist wichtig, dass er kein Restaurant betreibt, sondern „einen Imbiss – dafür aber mit fünf Sternen. Meine Döner sind Kunstwerke, die baue ich wie Picasso“, sagt er.

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Von außen ist der Snack Point bewusst unscheinbar gehalten. „Meine Gäste sollen kommen, weil sie sich bei mir wie zu Hause fühlen“, sagt er. An den Wänden hängen Plakate von Veranstaltungen der documenta IX oder anderen Kulturevents in der Salzmannfabrik. Aus den Lautsprechern schallt Popmusik. „Hier läuft, was mir gefällt“, sagt Sever, der selbst Musiker ist. Früher wurde auch mal auf den Tischen getanzt, erinnert er sich. Viele seiner Kunden sind Stammgäste, aber auch wer zum ersten Mal bei Sever zu Gast ist, kommt schnell ins Gespräch – Unterhaltung ist am Leipziger Platz Programm.

Sever ist Ende der 1970er-Jahre aus der Türkei nach Deutschland gekommen. In der Salzmann Factory hat er dann 1987 den ersten Imbiss betrieben. Sever hat mit seinem Döner schon viele documenta-Künstler verpflegt, unter anderem Wolfgang Flatz. Aber auch Musikgrößen wie Herbert Grönemeyer und die Fantastischen Vier haben bei ihm gegessen. An die Fantas erinnert sich Nebil Sever noch genau: „Die sind ja Vegetarier, mit Döner konnte ich da nicht kommen“, sagt er.

Der Herkules von Bettenhausen

Der Eichwald ist das Zuhause von Nebil Sever. Seine Tochter ist dort aufgewachsen. „Bettenhausen ist mein Leben“, sagt er. Ein bisschen fühle er sich in seinem Imbiss wie der Herkules. „Ich schaue von dort auf das Geschehen entlang der Leipziger Straße, wie der Herkules auf die Stadt.“ Da kenne man fast alles und jeden. Im vergangenen Jahr hat sein Schwiegersohn Deniz Sever den Imbiss übernommen.

„Es schickt langsam“, sagt der 62-Jährige. Trotzdem ist Nebil Sever jeden Tag für einige Stunden dort. Es macht ihn glücklich, wenn er seine Kunden zum Lachen bringen kann. „Wenn ich hier nicht hinter der Theke stehe, dann fehlt mir einfach was und vielen Kunden auch“, sagt er. „Ach und nicht vergessen: Döner macht schöner.“

Dieses Video ist ein Inhalt der Videoplattform Glomex und wurde nicht von der HNA erstellt.

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