Eltern beklagen Platzmangel

Kassel: Grundschule Eichwäldchen in Bettenhausen „platzt aus allen Nähten“

Mehr Raum für ihre Kinder fordern Meike Venker (von links), Ramona Pfarr, Sandra Ring und Vorsitzende Christine Uhlmann vom Schulelternbeirat der Grundschule Eichwäldchen. Der in die Jahre gekommene Pavillon im Hintergrund könnte für einen modernen Modulbau weichen.
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Mehr Raum für ihre Kinder fordern Meike Venker (von links), Ramona Pfarr, Sandra Ring und Vorsitzende Christine Uhlmann vom Schulelternbeirat der Grundschule Eichwäldchen. Der in die Jahre gekommene Pavillon im Hintergrund könnte für einen modernen Modulbau weichen.

Die Grundschule Eichwäldchen im Kasseler Stadtteil Bettenhausen platzt aus allen Nähten. Angesichts steigender Schülerzahlen fordern die Eltern eine schnelle Lösung

Bettenhausen – „Wir platzen aus allen Nähten“ – dieses Gefühl beschleicht die Mitglieder des Schulelternbeirats der Grundschule Eichwäldchen in Bettenhausen, wenn sie in die Klassenräume ihrer Kinder schauen. „Sie sind einfach zu klein“, sagt Vorsitzende Christine Uhlmann – alle, bis auf einen, seien nicht größer als 60 Quadratmeter. „Für Klassen ab 20 Schüler ist damit kein Platz.“

Ein anderes Problem: Mit Blick auf das kommende Schuljahr gebe es zu wenig Klassenräume, denn die Schülerzahlen steigen. Laut Konrektorin Claudia Müller besuchen derzeit 135 Kinder die Grundschule am Umbachsweg. Für den Sommer 2021 seien 51 Kinder gemeldet, die voraussichtlich eingeschult werden. „In der Summe kommen wir dann auf rund 150 Schüler“, rechnet Uhlmann vor.

Eine Prognose, die ihr vorliegt, beziffert die Schulanfänger in 2024 sogar auf 61 Kinder. „Es muss etwas passieren - und zwar jetzt“, sagt sie – und sieht die Stadt Kassel als Schulträger in der Pflicht. Mindestens ein weiterer Raum werde dringend gebraucht, wenn es bei den angekündigten Schulanfängern für 2021 bleibe. Denn statt zwei erste Klassen seien es dann drei.

Das brächte auch den Hort in Bedrängnis, der einen Raum dafür abgeben müsste – sodass keine weiteren Hortplätze angeboten werden könnten. Und die sind mit 60 Plätzen sowieso knapp. „Wir haben schon in diesem Jahr genug Eltern, die nicht mehr wissen, wie sie ihre Kinder betreuen sollen“, berichten Sandra Ring und Ramona Pfarr vom Schulelternbeirat.

Eine Lösung sieht der im Abriss des alten Pavillons auf dem Schulgelände, der in schlechtem Zustand ist. Dort ist derzeit die Pausenausleihe untergebracht. Meike Venker, stellvertretende Vorsitzende, sagt: „Der Abriss ist seit fünf Jahren vorgesehen, nichts ist passiert.“ An seinem Platz, so die Ansicht der Eltern, könnte ein Modulbau stehen, der mit zwei weiteren Räumen die Platznot lindern könnte.

„Wir brauchen eine schnelle, pragmatische Lösung. Und das nicht erst ein paar Jahren“, betont Uhlmann. Ihrer Ansicht nach würde ein Modulbau nicht nur einen zusätzlichen Klassenraum einbringen, sondern auch einen Fachraum. „Zum Beispiel für Musik und Werken, der uns fehlt.“ Venker ergänzt: Auch wenn der Abriss jetzt nicht in Frage käme, gebe es auch darüber hinaus genügend Platz.

Bei aller Kritik betonen die Elternbeiräte, dass man mit der Stadt im Gespräch sei und ihre Sorgen gehört würden. Nur an einer zeitnahen Lösung hapert es. „Wir können nicht warten, bis das für den Ganztagsausbau benötigte Geld da ist“, sagt Uhlmann. Deshalb fordert sie, die Zusage aus 2016, das bis dahin Übergangsbauten räumlich entlasten sollen, umzusetzen.

Unterstützung erhalten die engagierten Bettenhäuser Eltern auch vom Ortsbeirat. Ortsvorsteher Volker Zeidler (SPD) betont: „Für ein modernes Bildungskonzept brauchen wir eine Erweiterung der Schulräume.“ Bis zum nächsten Sommer müsse etwas passieren: „Sonst kann die Schule ihren Verpflichtungen nicht mehr nachkommen.“ Die Fläche des Pavillons als Lagerraum sei viel zu wertvoll. (Von Helga Kristina Kothe)

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