Ehemaliges Krankenhaus in Bettenhausen

Koch-Klinik vor Verkauf: DRK will Immobilie in Kassel veräußern

Liebevoll Storchenlandeplatz genannt: Der Standort der DRK-Kliniken in Bettenhausen ist noch immer unter Koch Klinik bekannt.
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Liebevoll Storchenlandeplatz genannt: Der Standort der DRK-Kliniken in Kassel-Bettenhausen ist noch immer unter Koch-Klinik bekannt.

Die ehemalige Klinik Dr. Koch in Kassel soll kurz vor dem Verkauf stehen. Die verantwortlichen Stellen äußern sich dazu nicht.

Kassel – Das Vorhaben steht bereits seit Längerem im Raum: Jetzt soll die ehemalige Klinik Dr. Koch in Kassel-Bettenhausen nach HNA-Informationen kurz vor dem Verkauf stehen. Über die Veräußerung der Immobilie, die den DRK-Kliniken Nordhessen gehört und 2019 geschlossen wurde, muss allerdings noch der Verwaltungsrat abschließend entscheiden. Die Sitzung soll Ende dieser Woche stattfinden. Auf Anfrage hieß es von den DRK-Kliniken: „Von uns kein weiterer Kommentar dazu.“

Zuletzt hatte man sich nur insofern zu der Immobilie an der Pfarrstraße geäußert, dass man die Entwicklung des Gebäudes weiter vorantreiben wolle. Auch die Stadt Kassel wollte sich nicht zu möglichen Verkaufsabsichten äußern. „Sofern das Grundstück veräußert werden sollte, wird die Stadt Kassel mit dem neuen Eigentümer Ideen zur städtebaulichen Entwicklung des Areals entwickeln“, hieß es.

Eröffnet 1954: Diese Aufnahme zeigt die Klinik Dr. Koch in den Anfangsjahren.

Krankenhaus in Kassel: Wie es weitergeht, ist unklar

Was also aus dem einzigen noch bestehenden Krankenhaus im Kasseler Osten werden wird, ist noch unklar. Unter anderem stand in der Vergangenheit der Umbau zu Kleinappartements zur Debatte. Bislang ist die Fläche allerdings als Sondergebiet ausgewiesen, auf dem nur eine Nutzung im medizinischen Bereich zulässig ist. Sollten dort beispielsweise Wohnungen gebaut werden, müsste zuerst der Flächennutzungsplan angepasst werden.

Als Grund für die Schließung und den geplanten Verkauf hatten die DRK-Kliniken wirtschaftliche Gründe genannt. Durch die Veräußerung der ehemaligen Geburtsklinik, die zeitweise die größte Geburtshilfe in Nordhessen hatte, hatten sich die DRK-Kliniken vor allem Kosteneinsparungen in der Logistik erhofft.

Krankenhaus in Kassel wurde für Corona-Patienten reaktiviert

Zu Beginn der Corona-Pandemie Anfang des vergangenen Jahres hatte man das Krankenhaus in Bettenhausen für die Versorgung von Covid-19-Patienten reaktiviert. 50 Betten für die Versorgung Schwerkranker waren in dem dreigeschossigen Gebäude aufgestellt worden. Genutzt wurden sie allerdings nie, weil es zu Ungereimtheiten zwischen der Stadt und dem Betreiber kam. Im Sommer wurden die Betten dann wieder abgebaut.

Derzeit ist in der Immobilie an der Pfarrstraße noch die Diabetes-Praxis der beiden Medizinerinnen Regina Winkelmann-Lind und Ute Henneböhle ansässig. „Wir sind sehr zufriedene Mieter“, sagt Regina Winkelmann-Lind. Ursprünglich sei man nach Bettenhausen gezogen, weil dort nach der Schließung der Geburtshilfe in der dortigen Klinik unter anderem ein Diabetes-Schwerpunkt angesiedelt worden sei. „Die Räume sind optimal, und die kurzen Wege waren für uns damals perfekt“, sagt die Ärztin. Man wünscht sich deshalb, dass die Immobilie auch zukünftig weiter im medizinischen Bereich genutzt wird: „Es wäre schade, wenn das nicht so wäre, weil die ganze Infrastruktur hier vorhanden ist“, sagt Winkelmann-Lind. Sie schätzt zudem die Lage der Klinik und den parkähnlichen begrünten Innenhof, der zuletzt allerdings immer öfter auch zum Treffpunkt für Jugendliche geworden sei.

Krankenhaus in Kassel könnte Wohnimmobilie werden

Auch Bettenhausens Ortsvorsteher Volker Zeidler betont, dass Vandalismus eine Gefahr für jede leer stehende Immobilie sei. Zeidler bestätigt, dass auch ihn jemand angerufen habe, der sich für das Gebäude interessiert hätte. Zeidler könnte sich auch vorstellen, das Krankenhaus zu einer Wohnimmobilie zu machen. Die Lage unweit des geplanten Neubauquartiers Lossegrund sei optimal. (Kathrin Meyer)

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