Polizeieinsatz in Kassel

Streit eskaliert: Mann tritt Tür seiner Nachbarin ein - Sie wehrt sich mit Pfefferspray

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Immer wieder Polizeieinsätze: Zuletzt eskalierte am Ostersonntag ein Streit unter Nachbarn am Birkhahnweg. 

In Kassel ist ein Konflikt zwischen Nachbarn eskaliert. Es kam zu einem Großeinsatz der Polizei.

  • Großeinsatz der Polizei in Kassel.
  • Ein Konflikt zwischen Nachbarn in Bettenhausen ist eskaliert.
  • Ein Mann soll die Tür seiner Nachbarin eingetreten haben.

Kassel – Eine eingetretene Wohnungstür, Verletzungen durch Pfefferspray und Verstöße gegen die Corona-Kontaktbeschränkungen: Im Birkhahnweg in Kassel-Bettenhausen ist es wegen einer Auseinandersetzung zwischen Nachbarn zu einem Großeinsatz der Polizei gekommen.

Es ist nicht das erste Mal, dass die Polizei zu dem Mehrfamilienhaus, das seit einem Jahr der Noratis AG gehört, wegen einer körperlichen Auseinandersetzung zwischen Nachbarn alarmiert worden ist. Vor gut einem Jahr erlitt eine mittlerweile 60-jährige Mieterin Verletzungen im Gesicht. Damals berichtete die Frau, dass ihr zwei Nachbarn, die aus Bulgarien stammen, im Hausflur aufgelauert und sie geschlagen und getreten hätten. 

Kassel: Konflikt zwischen Nachbarn eskalierte am Ostersonntag

Die Frau erstatte Anzeige. Zudem seien die Bulgaren laut, müllten alles zu, parkten ihre „dicken Autos im Halteverbot“ und seien aggressiv. Aber auch die Bulgaren zeigten die Frau vor einem Jahr an. Sie behaupteten, diese hätte vier kleine Kinder im Treppenhaus geschlagen.

Am Ostersonntag (12.04.2020) eskalierte nun erneut ein Streit, in dessen Verlauf gleich zwei Mal die Polizei anrückte, wie Polizeisprecherin Ulrike Schaake bestätigt. Gegen 14.40 Uhr sei ein anonymer Anruf bei der Leitstelle eingegangen. Eine Person habe mitgeteilt, dass im Garten zwischen den Mehrfamilienhäusern etwa 30 Menschen eine Hochzeit feiern würden. 

Streit unter Nachbarn: Polizei Kassel löst Versammlung im Garten auf

Als die Streifen im Birkhahnweg ankamen, seien einige Leute aus dem Garten weggelaufen, so Schaake. Ihre Kollegen hätten nur noch eine Handvoll Personen angetroffen. Gegen sechs Leute sei daraufhin ein Bußgeldverfahren eingeleitet worden, weil sie gegen die Corona-Kontaktbeschränkungen verstoßen hätten. Zudem sei das Zusammentreffen aufgelöst worden.

Die 60-jährige Mieterin, die bereits im vergangenen Jahr mit ihren Nachbarn eine Auseinandersetzung hatte, berichtet, dass sie mit ihrem Mitbewohner nachmittags von einem Osterspaziergang nach Hause gekommen sei. Im Garten hätten 50 Männer mit Kindern auf der Wiese gefeiert. „Es war die Hölle los“, sagt die Frau. Als die 60-Jährige und ihr 44-jähriger Mitbewohner in das Haus gegangen seien, seien sie von den Feiernden angepöbelt worden. Daraufhin seien sie nur schnell in der Wohnung verschwunden und hätten die Tür zugemacht.

Kassel: Mann soll Tür von Nachbarswohnung eingetreten haben

Plötzlich habe es aber Gekreische vor der Tür gegeben und jemand habe dagegen gedonnert, berichtet die Frau. Da sie aber nur ihre Ruhe haben wollte und mit den Nerven fertig gewesen sei, habe sie nicht geöffnet. Plötzlich habe es einen Schlag gegeben und ihre Tür sei eingetreten worden. „Da stand dann ein Bulgare mit einer Flasche Bier in meiner Wohnung“, so die 60-Jährige. Daraufhin habe sie ein Pfefferspray gezückt und sich damit zur Wehr gesetzt. Zudem habe sie die Polizei gerufen. 

Hier liegt der Birkhahnweg in Kassel

Fest steht, dass die Polizei um 17.40 Uhr erneut alarmiert wurde. Mehrere Streifen seien zum Birkhahnweg in Kassel gefahren, sagt Schaake. Die 60-Jährige und der 44-Jährige hätten dann angegeben, dass die Bulgaren ihre Tür eingetreten hätten und erstatteten Anzeige. Gegen drei Männer im Alter von 22, 33 und 37 werde nun wegen Bedrohung, Hausfriedensbruch, Nötigung und Sachbeschädigung ermittelt. Aber auch die 60-Jährige wurde angezeigt – wegen gefährlicher Körperverletzung. Ein Bulgare musste nach der Pfeffersprayattacke mit einem Rettungswagen ins Krankenhaus gebracht werden.

Streit zwischen Nachbarn in Kassel - Mieterin: "Ich kann nicht mehr"

„Ich kann nicht mehr“, sagt die 60-jährige Mieterin. Am Ostersamstag hätten 50 Leute in einer Wohnung bereits eine Party gefeiert. „In manchen Wohnungen leben hier zehn Leute.“ Der Vermieter, die Noratis AG, habe versprochen, etwas zu unternehmen. Aber nichts geschehe. Zudem fühle sie sich von der Polizei im Stich gelassen, die oft nicht komme, wenn sie sie rufe.

Laut Polizeisprecherin Schaake reagiere die Polizei durchaus, wenn sie gerufen werde. Einsätze im Birkhahnweg fänden öfters statt. Es sei aber nicht immer möglich, dass eine Streife umgehend in den Birkhahnweg fahre, wenn es Beschwerden über Nachbarn gebe.

Nachbarschaftsstreit in Kassel: Das sagt der Vermieter

Der Noratis AG, ein Bestandsentwickler von Wohnimmobilien, gehören seit 2019 drei Mehrfamilienhäuser am Birkhahnweg in Bettenhausen. Zu den aktuellen Geschehnissen am Ostersonntag könne man sich noch nicht äußern, so ein Sprecher von Noratis. „Uns ist aber bekannt, dass es offenkundig Konflikte zwischen den Nachbarn gibt.“ 

Man wisse auch, welche Mieter an den Konflikten beteiligt sind. Gegen jene, die man in der Vergangenheit als „treibende Kräfte“ identifiziert habe, „gab es Abmahnungen, Kündigungen und Räumungsklagen“. Zum Teil seien Mieter deshalb schon ausgezogen, in anderen Fällen dauerten Verfahren noch an. 

Die Noratis AG stehe wegen der Streitigkeiten am Birkhahnweg im intensiven Austausch mit der Polizei. Im vergangenen Jahr sei vorübergehend ein Sicherheitsdienst engagiert worden. Nach dem Zwischenfall am Ostersonntag habe man den Sicherheitsdienst wieder eingesetzt, so der Sprecher.

Von Ulrike Pflüger-Scherb

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