Verhandlungen für Standort sind nach sechs Jahren gescheitert

Neuer Busbahnhof in Kassel-Bettenhausen steht vor dem Aus

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Das sieht enger aus, als es ist: Der Bahnhof Wilhelmshöhe bleibt erst einmal die Anlaufstation für die Flixbusse. Durch die Unterführung schaffen sie es ohne Probleme.

Nach sechs Jahren Standortsuche und Vorplanung sind die Verhandlungen für einen neuen Busbahnhof am Ölmühlenweg im Kasseler Stadtteil Bettenhausen offenbar gescheitert.

Mit einer Lösung in absehbarer Zeit ist nach Angaben von Stadtbaurat Chistof Nolda (Grüne) nicht zu rechnen. Dabei sei man in den Gesprächen schon sehr weit gewesen. Mittlerweile habe ein Grundstückseigentümer allererdings seine zwischenzeitlich formulierte Bereitschaft zum Verkauf zurückgezogen. Damit sei das gesamte Projekt derzeit nicht realisierbar.

Jedenfalls nicht in der zuletzt geplanten Version. Demnach hätte der neue Busbahnhof in Bettenhausen das gesamte Quartier in der Nähe des ehemaligen Hallenbades Ost beleben sollen. Auf 3000 Quadratmetern sollten acht bis zwölf Haltepositionen für Reisebusse sowie Kurzzeitparkplätze geschaffen werden, sagte Nolda im Aussschuss für Stadtentwicklung und Verkehr. Zudem sei eine Bebauung an der Leipziger Straße vorgesehen gewesen. Das Gelände für einen möglichen Busbahnhof gehört nur zum Teil der Stadt.

Durch Grunderwerb und Grundstückstausche mit privaten Eigentümern hätte nach Angaben von Volker Mohr (Städtisches Planungsamt) die nötige Fläche geschaffen werden sollen. Ziel sei eine städtebauliche Aufwertung gewesen. Daraus wird zunächst einmal nichts.

Für den größten privaten Fernbusbetreiber Flixbus ist das keine schlechte Nachricht. Der hat angekündigt, die Flixtrain-Zugverbindung zwischen Stuttgart, Kassel und Berlin häufiger fahren zu lassen. Deshalb ist der jetzige Fernbushalt am Bahnhof Wilhelmshöhe aus Sicht des Unternehmens deutlich attraktiver als der Ölmühlenweg.

Auf die Kritik aus den betroffenen Stadtteilen will die Stadt reagieren. Man werde mit Flixbus darüber reden, künftig nicht mehr über die Wilhelmshöher Allee zu fahren, sagte Baurat Nolda. Die Alternativroute soll über die Kohlenstraße und die Druseltalstraße führen.

Flixbusse fahren erst mal weiter zum Bahnhof Wilhelmshöhe

Während seit Jahren über einen neuen Fernbusbahnhof in Kassel diskutiert wird, fahren die Busse nach wie vor über die Wilhelmshöher Allee zum Bahnhof Wilhelmshöhe. Dort ist die Situation zwar beengt, insbesondere der größte Anbieter Flixbus ist dort aber oft zu sehen. Die grünen Busse könnten demnächst sogar häufiger fahren, denn durch den Übergang auf den von der gleichen Firma betriebenen Flixtrain wird der Bahnhof noch interessanter. Die Zugverbindung zwischen Stuttgart und Berlin mit Halt in Kassel soll ausgebaut werden.

Sollte der geplante neue Busbahnhof am Ölmühlenweg jetzt doch nicht realisiert werden, dann hat das Konsequenzen. Denn auf absehbare Zeit bleibt der Bahnhof Wilhelmshöhe dann die Hauptanlaufstelle. „Wenn noch mehr Busse über die Ludwig-Mond-Straße, die Schönfelder Straße und die Wilhelmshöher Allee fahren, dann ist das nicht in unserem Interesse“, sagt Wehlheidens Ortsvorsteher Norbert Sprafke (SPD). Er setzt sich seit Jahren für eine Entlastung insbesondere am engen Abzweig auf die Wilhelmshöher Allee ein.

Der Vorschlag, die Busse über die Kohlenstraße und die Bremelbachstraße quasi von hinten zum Bahnhof fahren zu lassen, bedeute für den ohnehin stark belasteten Stadtteil auf keinen Fall eine Verbesserung. „Ich halte es für sinnvoller, die Busse über die Autobahn 44 zur Anschlussstelle Wilhelmshöhe und dann über die Druseltalstraße zu leiten“, sagt Sprafke. 

Über die aktuelle Entwicklung in Sachen Busbahnhof zeigt sich auch Bettenhausens Ortsvorsteher Harry Völler (SPD) enttäuscht. Durch eine Neugestaltung rund um den Ölmühlenweg hätte man die sich abzeichnende positive Entwicklung rund um das ehemalige Hallenbad Ost voranbringen können, sagt er. Die bisherigen Planungen für den anliegenden Ölmühlenweg hätten seiner Ansicht nach eine Aufwertung bedeutet. Jetzt müsse man abwarten, wie es hier weitergehe. Mit der neuen Nutzung des ehemaligen Hallenbades sowie weiteren geplanten Ansiedlungen gebe es für diesen Teil von Bettenhausen ein großes Entwicklungspotenzial.

Hier sollte der neue Busbahnhof in Bettenhausen entstehen

Von Thomas Siemon

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