Neuer Standort im Stadtteil Bettenhausen

Kasseler Kaffee kommt an: Rösterei Kühn & Carter vergrößert sich

+
Auf den Kaffee gekommen: Dieter Kühn und Alexandra Carter haben vor fünf Jahren ihre Kaffeerösterei „Kühn & Carter“ eröffnet. Das Unternehmen ist auf Expansionskurs und nun in ein neues Gebäude in Bettenhausen umgezogen.

Kassel. Vor fünf Jahren begannen Alexandra Carter und Dieter Kühn in ihrer Garage in Bettenhausen mit dem Rösten von Kaffeebohnen. Jetzt vergrößert sich das Unternehmen.

Es begann wie das Märchen von Selfmade-Millionären: Vor fünf Jahren begannen Alexandra Carter und Dieter Kühn in ihrer Garage in Bettenhausen mit dem Rösten von Kaffeebohnen. Auch wenn sie keine Millionäre sind, so entwickelte sich ihr Geschäft doch sehr gut.

Nach wenigen Monaten bezogen sie Firmenräume in Niestetal-Sandershausen. Diese wurden abermals zu klein. Nun sind sie mit ihrer Rösterei in eine 500 Quadratmeter große Halle im Industriepark Bettenhausen gezogen. Dort bieten sie in einem Café Direktverkauf an.

„Wir sind mittlerweile sicher die größte Kaffeerösterei in Nordhessen“, sagt Kühn. Der Industriemeister mit der Fachrichtung Metall kam durch seine Lebensgefährtin zum Kaffee, die eigentlich mit dem braunen Gebräu lange Zeit nichts anfangen konnte. „Ich mochte keinen Kaffee, weil er mir zu bitter war“, sagt Alexandra Carter. Dann aber jobbte sie nebenbei bei einem Coffeeshop und kam auf den Geschmack.

Das Paar besuchte Kaffeeseminare und entwickelte die Idee für eine eigene Rösterei. Die ersten Versuche starteten sie mit einer Rösttrommel über dem Grill. Freunde und Verwandte mussten als Testpersonen herhalten. Irgendwann hatten sie den Dreh raus. „Umso länger die Bohnen geröstet werden, desto mehr Bitterstoffe und Gerbsäuren verlieren sie. Es ist aber auch entscheidend, wie schnell die Bohnen erhitzt werden“, sagt Kühn. Bohnen für Industriekaffee würden in der Regel nur drei Minuten bei 500 Grad erhitzt. Anders könnten Kaffee-Giganten ihre Mengen nicht bewältigen.

Kühn und Carter lassen sich für den Prozess wesentlich mehr Zeit. In ihrem neuen Röster verweilen die Bohnen – 32 Sorten (auch Bio) sind im Programm – etwa 20 Minuten bei 200 Grad. Weil nur 30 Kilo hineinpassen, entsteht keine Massenware. Über den Monat sind es dann aber doch zwei Tonnen. Die Bohnen bekommt die Rösterei unter anderem aus Äthiopien, Tansania und Kuba. Zudem gibt es einen direkten Kontakt zu einer Plantage in Kolumbien.

Wegen der Handarbeit sind die Produkte auch etwas teurer: acht bis 11,60 Euro kostet ein Pfund Bohnen. Inzwischen vertreibt die Rösterei ihren Kaffee nicht nur direkt am Produktionsort und in der Markthalle, sondern auch in 19 Supermärkten sind ihre Röstungen gelistet – darunter Edeka, Rewe, Ratio. „Sehr beliebt ist unsere Kasseler Milde“, sagt Carter.

Bislang hat Dieter Kühn die Rösterei nebenbei betrieben. Wegen der Expansion seiner Firma musste er aber nun seinen Job bei einer Druckerei komplett aufgeben. „Beides parallel wurde irgendwann zu viel.“ Inzwischen beschäftigen seine Partnerin und er vier Mitarbeiter. Mit den anderen Kasseler Röstereien „Seegert“ und „Die Kaffeerösterin“ gebe es keine Überschneidungen. „Jeder hat sein Publikum“, sagt Kühn.

  • Kühn & Carter, Lilienthalstraße 1, Halle 22. Mo-Fr 9-18 Uhr, So 11-18 Uhr.

Von Bastian Ludwig

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.