Stopp am Ölmühlenweg 

Langes Warten auf Kasseler Busbahnhof: Noch kein Termin für neuen Halt

Kassel. Für den Bau eines neuen Fernbusbahnhofs am Ölmühlenweg in Bettenhausen zeichnet sich eine Mehrheit in der Kasseler Stadtverordnetenversammlung ab.

SPD, Grüne und CDU wollen das Vorhaben unterstützen. Die Zustimmung wurde in der jüngsten Sitzung des Ausschusses für Stadtentwicklung, Mobilität und Verkehr deutlich.

Kritisiert wurde die lange Dauer des Verfahrens. Bereits 2013 hatte das Stadtparlament den Magistrat beauftragt, sich um einen neuen Standort für den Fernbus-Stopp zu bemühen. Die Busverkehrsangebote haben nach der Freigabe für Fernstrecken 2013 drastisch zugenommen. Derzeit fahren täglich 60 Busse ab ICE-Bahnhof Wilhelmshöhe und 40 ab Haltestelle Kaufungen-Papierfabrik. Die 120 täglichen Fahrten (Hin und zurück bei 60 Fahrten) von der Autobahn quer durch die ganze Stadt zum Busbahnhof in Wilhelmshöhe sorgen vor allem in Wehlheiden und im Bereich Wilhelmshöher Allee für zusätzlichen Verkehr und mehr Luftbelastung.

Auf die Frage von Stadtverordenetem Patrick Hartmann (SPD), wann der neuen Fernbusbahnhof in Betrieb gehen könne, gab Stadtbaurat Christof Nolda (Grüne) keine klare Antwort. Er hoffe, „dass wir bis Frühjahr oder Mitte 2017 eine Lösung haben“, könne aber noch keine Zusage machen, wann der Busbahnhof fertig sein könne, sagte Nolda. Die SPD fordert einen Überbrückungsstandort, um Wehlheiden vom Busverkehr zu entlasten. Das sei nicht einfach, man sei weiter auf der Suche, erklärte Nolda.

Auch die CDU drängt auf mehr Tempo. „Wir brauchen möglichst bald eine Entscheidung“, sagte Stadtverordneter Wolfram Kieselbach.

Die FDP warnte vor einem Busbahnhof am Ölmühlenweg. Dort werde der Mindestabstand von 50 Kilometern zwischen Fernbushaltestellen im Hinblick auf Göttingen (45 Kilometer) unterschritten. Das könne dazu führen, dass Kassel als Fernbushaltestelle entfällt, sagte Stadtverordneter Andreas Ernst. Zudem sei für die Buskunden die Aufenthaltsqualität am Ölmühlenweg nahe der Kraftfahrzeug-Zulassungsstelle miserabel. Auch Stadtverordneter Sven René Dreyer (AfD) erklärte, der Standort sei keine Visitenkarte für Kassel: „Ich verstehe nicht, warum man sich auf den Ölmühlenweg versteift“, wo es am Auestadion eine bessere Alternative gebe.

Ein Busbahnhof sei eine Chance, am Ölmühlenweg etwas zu ändern, sagte Steffen Müller (Grüne). Dort etwas anzustoßen, was gut fürs Quartier sei, finde auch die SPD richtig, erklärte Volker Zeidler.

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa

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