Plakate als Warnung in Bettenhausen aufgehängt

Mops frisst Giftköder und stirbt: Hundehalter am Eichwald besorgt

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Sorgt sich um seine Hunde: Benjamin Schmidt mit Jack im Eichwald. Hund Sophia war gerade mit Frauchen unterwegs. Hinten am Baum eines der Plakate mit der Warnung vor den Giftködern.

Kassel. Benjamin Schmidt und Pia Fischer aus Kassel haben Angst um ihre Hunde,  seitdem der Mops von Nachbar Boris Fayerovych plötzlich verstorben ist.

Nachdem der Tierarzt eine Vergiftung bestätigt hat, macht der Verdacht von Giftködern im Eichwald in Bettenhausen die Runde. Jetzt haben Schmidt und Fischer die Polizei eingeschaltet.

Zwei Hunde von Fayerovych haben das Gift gefressen. „Unser Mops hat es nicht wieder ausgebrochen. Meine Freundin ist sofort mit ihm zum Tierarzt gefahren, doch es war schon zu spät“, berichtet der Hundebesitzer. Anzeige hat er nicht erstattet. „Das hätte nichts gebracht, den Täter würde man sicher nie finden.“

Maulkorb zur Sicherheit

Es dauerte nicht lange, dann hatte sich der Vorfall schon rumgesprochen. „Das ist wie im Dorf, das bekommt man schnell mit. Wir haben sofort reagiert und für unsere Hunde Maulkörbe gekauft“, berichtet Pia Fischer. Die Leine hält sie immer so kurz wie möglich. Das junge Paar ist traurig, dass freies Umherlaufen der Hunde und Stöckchen werfen erstmal der Vergangenheit angehören. „Das ist einfach zu gefährlich, die Hunde fressen alles. Bevor noch etwas Schlimmeres passiert, ist die Maulkorblösung das Beste“, sagt Fischer.

Auch andere Hundebesitzer gehen seit dem Bekanntwerden auf Nummer sicher. Der Eichwald, in dem die Köder vermutet werden, ist ein beliebtes Ziel von Hundebesitzern und liegt direkt am Wohngebiet an der Autobahn 7. Im sozialen Netzwerk Facebook wurde nach HNA-Recherche bereits 2013 als auch 2012 vor Giftködern im Eichwald gewarnt. 2008 sollen in dem Wald Hundewürste versehen mit Stacheldraht versteckt worden sein, heißt es in einem Internetforum für Hundebesitzer.

Aus Sorge um andere Hunde hat Benjamin Schmidt direkt reagiert und Plakate mit der Aufschrift „Achtung! Verdacht auf Giftköder“ aufgehängt. „Das ist eine große Sauerei. Was ist, wenn Kinder die Köder finden und in den Mund stecken?“, fragt sich Schmidt.

Die Polizei hat den Fall aufgenommen. Sofern ein Tier vergiftet wird, handelt es sich rein rechtlich um ein Verstoß gegen das Tierschutzgesetz.

Über das soziale Netzwerk Facebook haben Schmidt und Fischer Warnmeldungen veröffentlicht. Sie hoffen, dass kein weiterer Hund zu Schaden kommt und der Maulkorb bald Vergangenheit ist.

Von Konstantin Mennecke

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