Produktion soll zum Wochenende wieder laufen

Nach dem Unwetter: So bewältigte das Kasseler Unternehmen Bode das Hochwasser 

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Helfen mit: Christian Gerwig (links), Achim Stey und viele weitere Mitarbeiter schieben die Schlammmassen aus dem Hof des Unternehmens an der Ochshäuser Straße.

Am Dienstag standen nach dem Unwetter in den Hallen des Kasseler Unternehmens Bode an der Ochshäuser Straße das Wasser und der Schlamm kniehoch. Viele Mitarbeiter halfen beim Aufräumen.

„Heute sieht es schon wieder besser aus“, sagt Bode-Geschäftsführer Thomas Giebisch. Am Dienstag standen Wasser und Schlamm teilweise kniehoch in den Hallen des Unternehmens an der Ochshäuser Straße. Giebisch ist mittlerweile seit mehr als 30 Jahren im Unternehmen. Schon seine Lehre hat er bei Bode gemacht. Aber so etwas hat er noch nicht erlebt.

Von seinen Mitarbeitern ist Thomas Giebisch am Dienstagmorgen um kurz nach 6 Uhr zu Hause angerufen worden. Als er eine knappe Stunde später das Unternehmen an der Ochshäuser Straße erreicht, läuft das Wasser bereits in die Hallen. „Wir haben sofort den Strom abgestellt und alle Räume evakuiert“, sagt Giebisch.

Blick von außen durch den Haupteingang auf den verschlammten Innenhof.

Zu diesem Zeitpunkt flossen die Wassermassen an zwei Stellen in die Produktionshallen: Vorne lief die schlammige Brühe in den Eingangsbereich, im hinteren Teil über den Parkplatz in die Fertigung. Eine Zwischenwand wurde durch das Wasser eingedrückt. Es ging wahnsinnig schnell, beschreibt Giebisch.

In dem Moment sei ihm einfach nur wichtig gewesen, dass niemandem etwas passiert. „Wir haben die Mitarbeiter dann nach Hause geschickt“, sagt er. Insgesamt arbeiten 850 Mitarbeiter am Standort in Kassel. Die Bode-Gruppe, die zur börsennotierten Münchner Schaltbau AG gehört, macht gut die Hälfte ihres Umsatzes mit Bahn- und ein Viertel mit Bustüren sowie 14 bis 20 Prozent mit Autozulieferung.

Nachdem das Wasser am Nachmittag teilweise wieder abgeflossen war, seien viele Mitarbeiter wieder ins Unternehmen gekommen. Freiwillig, um zu helfen. „Ich bin beeindruckt, wie alle mit angepackt haben und wie groß der Zusammenhalt und die Hilfsbereitschaft waren“, sagt der Geschäftsführer. Mit Schiebern und Schrubbern haben die Mitarbeiter angefangen, die 20 000 Quadratmeter große Fläche vom Schlamm zu befreien.

Unwetter: Kasseler Stadtteil Forstfeld einen Tag nach der Überschwemmung

 © Pia Malmus
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Auch am Mittwoch sind 300 Mitarbeiter gekommen, mit der Unterstützung von Spezialfirmen wurde weitergeschuftet. „Langsam reicht es“, hört man am Nachmittag. Die Mitarbeiter sind erschöpft, die meisten haben nur wenig geschlafen.

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„Alle wollen mithelfen, dass es hier schnell wieder weitergeht“, sagt Giebisch. Er hofft, dass die Produktion zum Wochenende wieder aufgenommen werden kann. Man müsse sehen, ob Maschinen und das vollautomatische Lagersystem durch das Wasser beschädigt wurden. Das wird noch ein paar Tage dauern, vermutet Giebisch. Viele Fertigungsteile würden auf Paletten stehen, da müsse man sehen, inwieweit hier Schaden angerichtet wurde.

Auch einige benachbarte Firmen hätten ihre Unterstützung angeboten. „Wir haben sehr viel Solidarität erfahren“, sagt Giebisch. Das fühlt sich in so einer Situation gut an.

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