BHB Bauwert Holding und Stadt präsentierten Bürgern aktuellen Stand

Salzmann-Bebauung: Auf dem Weg zum Wohnquartier

So soll das Industriedenkmal Salzmann im Jahr 2019 aussehen: Die historischen Ziegelgebäude an der Sandershäuser Straße (oben im Bild) werden erhalten und für Wohnen, Gewerbe und Kultur ausgebaut. An der Agathofstraße (rechts) entsteht ein Parkhaus mit fast 700 Parkplätzen. Rund um das erhaltene historische Kesselhaus mit Schornstein (Bildmitte), in das ein Planungsbüro einziehen könnte, entstehen fünf neue, mehrgeschossige Wohnhäuser sowie für Familien fünf Reihen-Doppelhäuser (links), die an die Melsunger sowie die Großalmeroder Straße (am unteren Bildrand) angrenzen. Illustrationen: BHB Bauwert Holding

Kassel. Das Salzmann-Gelände in Bettenhausen soll ein neues Wohnquartier werden.

Über den aktuellen Stand des mit 450 Wohnungen größten Wohnbauvorhabens seit vielen Jahren in Kassel informierten sich 100 Bürger – darunter auch viele Kaufinteressenten für die Eigentumswohnungen – bei einem Infoabend in der Joseph-von-Eichendorff-Schule.

Der Entwurf für einen Bebauungsplan wird bereits in den städtischen Gremien diskutiert. Bisher gibt es große Zustimmung für die Pläne. Wenn die Stadtverordnetenversammlung den Plan im Sommer beschließt, will Uwe Birk in die Vermarktung der Wohnungen einsteigen. Der geschäftsführende Gesellschafter der BHB Bauwert Holding, die auf dem Salzmann-Areal 85 Millionen Euro investieren will, sieht das Bauvorhaben im Zeitplan und hofft auf einen Baustart im Herbst dieses Jahres.

Sorge bereitet Birk der weiterhin auf dem Gelände lagernde Bauschutt, den der bisherige Eigentümer Dennis Rossing (Rosco Gruppe Bad Hersfeld) noch entsorgen lassen muss. „Wenn der Müll bald weggeräumt ist, ist alles okay“, sagt Birk: „Wenn nicht, haben wir ein Problem.“ Die Altlasten auf dem Grundstück seien ein Unsicherheitsfaktor.

Volker Mohr, Leiter des städtischen Amtes für Stadtplanung, Bauaufsicht und Denkmalschutz, sieht in den Plänen für ein neues Wohnquartier „einen wichtigen Impuls für Bettenhausen“. Die Anbindung der bisherigen Industriebrache an den historischen Ortskern Bettenhausens sei ganz wichtig. Man sei noch nie so nahe an einer Lösung gewesen, um das hochrangige Industriedenkmal zu sichern und eine neue Nutzung für das 37 000 Quadratmeter große Areal zu finden.

Zwar sind in einem Oberlichtsaal unterm Dach, der teilweise erhalten werden soll, auch künftig wieder Kulturveranstaltungen in der ehemaligen Kulturfabrik denkbar. Doch Krach ist nicht mehr erwünscht. Die Zeit der legendären Clubs wie dem „Aufschwung Ost“ oder dem „Stammheim“ ist endgültig vorbei. Es werde wegen der Wohnnutzung keine Räume für Kulturveranstaltungen geben, die über 22 Uhr hinausgehen, stellte Uwe Birk klar. Auch Volker Mohr sprach von einer „Kultur im gewissen Rahmen“.

Weitere Beiträge zum Salzmann-Geländer finden Sie hier.

699 Parkplätze für die künftigen Bewohner sowie die Nutzer und Besucher der Büros und Gewerbeeinheiten in den „Salzmann Höfen“ entstehen in einem neuen, großen Parkhaus an der Agathofstraße. Dass nicht mehrere Parkhäuser oder Tiefgaragen gebaut würden, sorge für günstige Preise, erklärt Birk. So koste ein Parkhaus-Stellplatz nicht die üblichen 20 000 Euro, sondern nur etwa die Hälfte. Bei den Kaufpreisen für die Wohnungen liege die Zielmarke unter 3000 Euro pro Quadratmeter, sagte der BHB-Chef. Für Käufer seien die Denkmalschutz-Abschreibungsmöglichkeiten interessant, die zwischen 70 und 75 Prozent des Kaufpreises liegen würden. Ohne Neubauten auf dem Grundstück seien Sanierung und Erhalt des Baudenkmals Salzmann-Fabrik nicht zu realisieren, erklärte Birk. „Wir brauchen die Neubauten“ für die Wirtschaftlichkeit des Bauvorhabens.

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