Gelände an der Agathofstraße

Bei Salzmann tut sich was: Eigentümer Rossing lässt Schutt untersuchen

Jetzt rollen endlich Bagger: Nach dem Streit mit dem Regierungspräsidium lässt Noch-Salzmann-Eigentümer Dennis Rossing nun den Bauschutt auf dem Grundstück untersuchen. Foto: Koch

Bettenhausen. Bewegung auf dem Salzmann-Gelände im Kasseler Stadtteil Bettenhausen: Nachdem sich dort monatelang nichts tat und die Ruine verfiel, rollen seit einigen Tagen Bagger auf dem Gelände an der Agathofstraße. Hintergrund ist, dass Noch-Salzmann-Eigentümer Dennis Rossing seine Ankündigung wahr macht, den dort lagernden Schutt zu untersuchen.

Das sagte Stefan Traut, dessen Firma SAT Immobilien & Facility Management die Verwaltung des Geländes wieder übernommen habe. Der Schutt bereits abgerissener Gebäudeteile werde nun gebrochen, sagte Traut. Dann würden Proben genommen. Wie lange sich das hinzieht, könne er angesichts der großen Menge, die untersucht werden muss, nicht sagen. Deswegen sei ungewiss, wann ein Ergebnis der Proben vorliegt, sagte Traut.

Zudem sei das Gelände nun besser abgesichert. Bauzäune seien aufgestellt und Warnschilder aufgehängt worden. „Mehr können wir nicht machen“, sagte Traut und räumte ein, dass es immer wieder „ungebetene Besucher“ auf dem Grundstück gegeben habe.

Die jetzt in Auftrag gegebenen Arbeiten sind Folge eines Streits, den sich Rossing mit Behörden liefert. Das Regierungspräsidium (RP) Kassel verlangt seit mehr als einem Jahr, dass er 19 200 Tonnen Abriss-Schutt entfernt. Auch die Staatsanwaltschaft war wegen des Betriebs einer nicht genehmigten Bauschutt-Deponie eingeschaltet worden.

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Nachdem Rossing Fristen verstreichen ließ, drohte das RP mit Ersatzvornahme. Danach würde das Regierungspräsidium die Beseitigung in Auftrag geben und die Kosten in Rechnung stellen. Gegen die Ersatzvornahme über 495.000 Euro, die die Räumung geschätzt kosten würde, läuft eine Klage des Salzmann-Eigentümers vor dem Verwaltungsgericht Kassel.

Vor einer Räumung muss noch ermittelt werden, ob womöglich einzelne Schadstoffe des Materials gesondert zu entsorgen sind. Das RP hatte angekündigt, die Untersuchung auszuschreiben, falls Rossing sie nicht selbst in Auftrag gibt. Dazu hatte die Behörde eine Pfändung des Firmenkontos angestrengt. Rossing argumentiert, dass es sich bei dem Bauschutt nicht um Abfälle, sondern um noch verwertbares Baumaterial handele.

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Ärger hat er auch mit der Stadt Kassel. Weil das Gelände nicht ausreichend gesichert war, hatte die Stadt Bauzäune aufgestellt, wodurch Kosten von monatlich 1000 Euro entstanden seien, die Rossing in Rechnung gestellt würden.

Noch ist Rossing Eigentümer des Salzmann-Geländes. Er hat aber einen Käufer für das 37.000 Quadratmeter große Areal: Die Firma BHB Bauwert Holding will dort 300 bis 400 Wohnungen bauen. Der schon ausgehandelte Kaufvertrag wird allerdings erst wirksam, wenn Baurecht für das Vorhaben besteht. (clm/rud)

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