Protest gegen Vandalismus

Salzmann-Gelände soll besser gesichert werden - offene Zugänge zugemauert

Kassel. Dennis Rossing hat aufgegeben, der neue Investor, die BHB Bauwert, prüft mit ihren Architekten, ob und wie in der denkmalgeschützten Salzmann-Fabrik in Bettenhausen schicke Stadtwohnungen gebaut werden können. Im Vertrag mit Rossing hat sich die BHB ein Rücktrittsrecht vorbehalten.

Video: Seltener Blick ins Salzmann

Oliver Leuer vom Salzmann-Forum, das für den Erhalt des Industriedenkmals und seine kulturelle Nutzung kämpft, rechnet mit einem Schwebezustand von bis zu einem Jahr. In dieser Zeit werde der an vielen Ecken bereits sichtbare Verfall von Salzmann fortschreiten. Rossing sei weiter in der Pflicht.

Lexikon-Wissen:

Infos zum Salzmann-Gelände gibt es im Regiowiki.

Deshalb haben Mitglieder des Salzmann-Forums am Samstag mit dem Zumauern offener Zugänge am Fabriktrakt von Salzmann und einem Protestplakat auf den andauernden Vandalismus in dem Gebäude und Diebstähle aufmerksam gemacht. Die Aktion sei mit Rossing und BHB-Geschäftsführer Uwe Birk abgesprochen, sagte Leuer. Allerdings tue die Stadt bereits etwas. Monatlich stecke sie 1000 Euro in die Sicherung des Geländes, das Geld wolle sie sich von Rossing wiederholen. Aber das historische Gebäude müsse nun vor allem winterfest gemacht werden. Die Zufahrt solle durch einen abschließbaren Bauzaun gesichert werden. Denn noch immer seien Leute auf dem Gelände, „die sagen, wenn schon zwei Scheiben kaputt sind, können wir auch noch eine dritte einwerfen“, erklärt Leuer, der hauptberuflich Mitarbeiter der Kulturfabrik Salzmann ist.

Wollen das Industriedenkmal vor weiterer Zerstörung bewahren: Christian Bernard (von links), Patrick Maus und Roland Baur vom Salzmann-Forum mauern eine Öffnung zu, um Vandalen den Zugang zu erschweren. Fotos: Dilling

Diese war hier ansässig, bevor Rossing ihr kündigte. „Hier ist fast jede Nacht was los“, bestätigt Spediteur Peter Schiller, der ein halbes Dutzend Lastwagen vor dem Seitenflügel der Fabrik parkt. Diesel werde abgezapft, Spiegel würden beschädigt. Rossing habe ihm den Mietvertrag gekündigt, räumt Schiller ein. Er bleibe aber erst einmal da. Vielleicht komme man ja mit dem neuen Investor ins Gespräch.

„Gespräch führen“ 

Das hoffen auch die Kreativen und Künstler, die früher in der Fabrik eine Heimat hatten. In Kürze werde man mit Birk ein Gespräch führen, sagte Leuer. Er rechnet noch diesen Monat mit dem Beginn eines Pokers zwischen Stadt, Denkmalpflege und Investor um die Nutzung von Salzmann. Eine reine Wohnbebauung werde die BHB nicht genehmigt bekommen, schätzt Leuer.

Von Peter Dilling

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