Sechs bis sieben Euro Kaltmiete pro Quadratmeter angepeilt

Salzmann in Kassel: Jetzt sollen doch Wohnungen in Bettenhausen gebaut werden

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Die historische Salzmann-Fabrik in Bettenhausen: Die wiederbelebte Planung, auf dem Areal 450 Wohnungen zu bauen, könnte die Zukunft des hochrangigen Industriedenkmals im Kasseler Osten sichern. Rechts im Bild die Agathofstraße.

Kassel. Neuer Anlauf zur Rettung des Industriedenkmals Salzmann in Kassel Bettenhausen: Eigentümer Dennis Rossing will die im Jahr 2015 gescheiterten Baupläne aufgreifen und 450 Wohnungen errichten.

Seit die BHB Bauwert Holding im August 2015 wegen zu großer Risiken die Notbremse gezogen und das größte Kasseler Wohnbauvorhaben seit Jahren abgesagt hatte, war die Zukunft des Areals an der Sandershäuser Straße wieder ungewiss. 

Bezahlbarer Wohnraum, statt Luxus bei Salzmann

Rossing hat die damals bereits weit fortgeschrittene Planung inzwischen gekauft und will nun mit der Bad Hersfelder Rosco-Gruppe das Vorhaben mit eigenem Geld stemmen. Einzige Änderung: „Ich will weg vom Luxus“, sagt Rossing, „hin zu bezahlbarem Wohnraum.“ 

Die ursprünglich auch geplanten, bis zu 200 Quadratmeter großen Loft-Eigentumswohnungen in den denkmalgeschützten Gebäuden werde er nicht bauen. Attraktive, aber bezahlbare Wohnungen, die für sechs bis sieben Euro Kaltmiete pro Quadratmeter vermietet werden könnten, seien das Ziel. 

Im Kasseler Rathaus sieht man die Bewegung in Sachen Salzmann positiv. „Ich bin da ganz guter Dinge“, sagt Kassels Stadtbaurat Christof Nolda (Grüne). Das Bebaungsplan-Verfahren sei vor der BHB-Absage weit fortgeschritten gewesen und könne wieder aktiviert werden. Auch der Konflikt zwischen geplantem Wohnen an der Sandershäuser und dem dort ansässigen Gewerbe, der damals mit ein Auslöser für die BHB-Absage gewesen war, sei „umfänglich gelöst“. 

Wann es losgehen soll mit dem insgesamt 85 Millionen Euro teuren Bauvorhaben, steht für Dennis Rossing noch nicht fest. Die Stadt hat großes Interesse an einer neuen Nutzung des Industriedenkmals. Die leer stehenden Gebäude sind durch Vandalismus sowie Metalldiebe komplett verwüstet, jeder Winter setzt den denkmalgeschützten Bauten heftig zu.

Gebaut wurde das Salzmann-Gelände als Textilfirma. Entstanden war die Firma 1876. Sie existierte bis ins Jahr 1971. Später - insbesondere in den 1990er-Jahren wurden Teile der alten Fabrik als Discothek genutzt. Sie trug zuerst den Namen "Aufschwung Ost" später war sie unter "Stammheim" bekannt.

Im April 2017 kam es zu einem Dachstuhlbrand in der alten Salzmann-Fabrik. Etwa 50.000 Euro Schaden entstanden dadurch. Für die Feuerwehr war das eindringen in die Räume nicht einfach und gefährlich, da das gesamte Gebäude baufällig ist.

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