Leistungen nicht bezahlt

Salzmann: Kanzlei fordert knapp eine Million Euro Architektenhonorare

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Ein Bild des Verfalls: Auf dem Salzmann-Gelände stapelt sich der Bauschutt. Um die Architektenhonorare für das gescheiterte Vorhaben, auf dem Areal ein Büro- und Dienstleistungszentrum zu schaffen, wird wohl demnächst vor Gericht gestritten.

Kassel. Bisher gibt es im Streit um Architektenhonorare für das gescheiterte Salzmann-Projekt nur den Entwurf der Klage. Diesen Entwurf hat die Kölner Rechtsanwaltskanzlei Axis den Rosco-Chefs Dennis und Walter Rossing zugestellt.

In der Hoffnung, dass die geforderten Honorare bis zum 27. Januar 2014 gezahlt werden. Doch die Kontrahenten werden sich sehr wahrscheinlich vor Gericht treffen. Denn Salzmann-Eigentümer Dennis Rossing will nicht zahlen.

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Es geht nach den Angaben eines Sprechers der Kanzlei Axis um einen Betrag „knapp unter einer Million Euro“. Diese Forderung gegen Rossing sei geprüft worden und berechtigt. Es handele sich um Architektenleistungen, die bisher nicht bezahlt wurden. Einwände gegen die Forderung sind aus der Sicht der Kanzlei nicht möglich. Es gelte der Satz: Was bestellt wurde, muss auch bezahlt werden. Die Kölner Anwälte wurden von der Gesellschaft „Jupiter Vierzehn“ eingeschaltet, an die Rossings Ex-Architekt Hans-Uwe Schultze seine Forderungen an den Bad Hersfelder Unternehmer abgetreten hat (siehe Artikel unten).

Zwar ist die Rossing-Firma Industrie Denkmal GmbH & Co. Objekt Salzmanngelände KG (IDS) in den roten Zahlen (siehe Artikel links). Doch die Kölner Rechtsanwälte sehen die Rossing-Brüder auch in der privaten Haftung. Denn alle Vertragsbeteiligten seien von Dennis Rossing in Sachen Finanzierung des geplanten Salzmann-Vorhabens getäuscht worden. Damit sei die IDS von Anfang an zahlungsunfähig gewesen. In diesem Fall greife die private Haftung, erklärt der Sprecher.

Das sieht Dennis Rossing ganz anders. „Wir weisen die Forderung voll umfänglich von uns“, bekräftigt der Projektentwickler. Mit den beteiligten Unternehmen, dem Fensterhersteller Mittnacht in Würzburg, der K+S-Haustechnik Planungsgesellschaft in Rheinbach und dem Kasseler HAZ-Ingenieurbüro, habe man nach dem Scheitern des Vorhabens, auf dem Salzmann-Gelände ein Büro- und Dienstleistungszentrum zu schaffen, inzwischen einvernehmlich Vereinbarungen getroffen, wie es weitergehen soll.

„Wir wollen sehen, dass wir bei Salzmann etwas anderes hinkriegen“, verweist Rossing auf seine Pläne, das Gelände des Industriedenkmals an der Sandershäuser Straße in Bettenhausen nunmehr für den Bau von Studenten-Apartments, Büros und Ladengeschäften zu nutzen: „Wir wollen ein Rettungsszenario für Salzmann entwickeln.“

Von Jörg Steinbach

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