SPD, CDU und Salzmann-Forum bedauern Aus für geplante Wohnbebauung – Forderung: Gebäude vor weiterem Verfall schützen

Salzmann: Sorge um das Industriedenkmal

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Scherbenhaufen: Nach dem Scheitern der Pläne für eine Wohnbebauung ist die Zukunft des Salzmann-Areals ungewiss.

Bettenhausen. SPD, CDU und Salzmann-Forum bedauern übereinstimmend den Rückzug des Investors, der auf dem Gelände der ehemaligen Salzmann-Fabrik in Bettenhausen 450 Wohnungen errichten wollte.

Schäfer (SPD): Rückschlag

„Das erneute Scheitern des Salzmann-Projektes ist ein empfindlicher Rückschlag für die Stadtteilentwicklung Bettenhausens und den gesamten Kasseler Osten“, sagt Ortsvorsteher Enrico Schäfer (SPD). Und: „So nah dran waren wir schon lange nicht mehr, und angesichts der jetzigen Situation befürchte ich, dass wir so bald auch nicht wieder eine ähnlich seriöse und aussichtsreiche Ausgangslage bekommen.“

CDU: Scherbenhaufen

„Im Kasseler Osten geht zwar die Sonne auf, aber die Salzmannfabrik offenbar leider unter.“ So kommentiert Thomas Träbing, Vorsitzender der CDU Unterneustadt, das Aus der Wohnbebauung. Die Stadt habe offenbar aus Fehlern im Umgang mit Eigentümer Rossing nichts gelernt und mit zu wenig Nachdruck dafür gesorgt, dass Investoren eine Chance auf dem einstigen Industriegelände haben. „Nach dem Scheitern der Mulithalle und des Technischen Rathauses steht die Stadt jetzt vor dem dritten Scherbenhaufen“, kritisiert Träbing.

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Das Scheitern zeige auch, dass das Entwicklungskonzept für den Kasseler Osten „die Druckerschwärze nicht Wert ist. Eine gute Entwicklung durch den rot-Grünen Magistrat sieht anders aus“, meint Träbing.

Sollte der Rückzug der BHB Bauwert Holding vom Wohnungsbau auf dem Grundstück des Industriedenkmals endgültig sein, müsse der Magistrat dafür Sorge tragen, „dass die Stadt nicht fortdauernd an der Nase herumgeführt wird“, sagt CDU-Fraktionsvorsitzender Norbert Wett. „Es wird endlich Zeit, dass die Stadt dem Eigentümer des Geländes deutlich macht, dass ihre Geduld am Ende ist.“

Forum: Vor Verfall schützen

Das Salzmann-Forum bedauert den Rückzug des Investors in letzter Minute, auch wenn man das Konzept nicht in allen Facetten für optimal gehalten habe wie zum Beispiel den Umbau der bauhistorisch wertvollen Oberlichthallen zu Loft-Wohnungen oder die relativ monofunktionale Ausrichtung des Areals als Wohnstandort. Als größtes Problem sieht das Forum, dass nach vier verschiedenen Planungskonzepten in den vergangenen zwölf Jahren die Bausubstanz des hochkarätigen Industriedenkmals kontinuierlich verfällt. Gerade in den letzten zwei Jahren mussten mutwillige Zerstörungen immer wieder beklagt werden, besonders nachdem die letzten Mieter und damit die Hüter des Denkmals „ausgesiedelt“ wurden.

„Angesichts des kommenden Winters und der weiter andauernden Planungsunsicherheiten sehen wir in der Sicherung und einer neuen Zwischennutzung des Industriedenkmals jetzt dringenden Handlungsbedarf beim Eigentümer, der Stadtpolitik und der Denkmalbehörde“, sagt ein Sprecher des Forums. „Denn das Salzmann-Areal ist und bleibt ein wichtiger Zeuge der Kasseler Industriekultur von hohem kulturhistorischen Wert.“ (abe, aha, ach)

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