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Angehende Stadtplaner widmen sich „vergessenem Kasseler Osten“

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Von: Bastian Ludwig

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Sie haben sich mit Bettenhausen beschäftigt: Bastian Kuczera (von links), Lina Sandjohann und die Projektleiterinnen Henriette Bertram und Wiebke Reinert.
Sie haben sich mit Bettenhausen beschäftigt: Bastian Kuczera (von links), Lina Sandjohann und die Projektleiterinnen Henriette Bertram und Wiebke Reinert. © Bastian Ludwig

Große Potenziale, aber über Jahrzehnte hinweg zu wenig politische Aufmerksamkeit: So blicken angehende Stadtplaner der Uni Kassel auf Bettenhausen und die weiteren östlichen Stadtteile.

Kassel - Ein Semester lang haben sie sich in dem Projekt „KioskOst Bettenhausen“ mit interaktiver Planung und Beteiligung in Bettenhausen beschäftigt. Dabei sind sie tief in den Stadtteil eingetaucht und haben sich mit Bewohnern und Geschäftsleuten über deren Blick auf ihr Viertel ausgetauscht.

Die Ergebnisse der Studierenden werden beim Rundgang des Fachbereichs Architektur, Stadt- und Landschaftsplanung (ASL), der vom morgigen Dienstag (12. Juni) bis Donnerstag (14. Juni) läuft, in der Scheune auf dem Dorfplatz in Bettenhausen ausgestellt. Zu sehen ist ein umfassender Blick aus verschiedenen Perspektiven auf den Stadtteil, seine Geschichte, seine Entwicklung, aktuelle Probleme und die Wünsche der Menschen vor Ort. Die thematische Bandbreite reicht vom Verkehr, über die Wohnsituation, das Gewerbe, Freizeitorte bis hin zur kulturellen Vielfalt.

Der Charakter des Projektes sei keine oberflächliche Beobachtung gewesen, sondern eine tiefergehende Analyse, sagt Bastian Kuczera. Drei Monate seien er und seine Kommilitonen immer wieder vor Ort gewesen, um den Dialog mit unterschiedlichen Vertretern und Multiplikatoren aus dem Stadtteil zu suchen. So seien Geschäftsleute, Kulturschaffende, soziale Akteure und sonstige Bewohner gehört worden. Angeleitet und unterstützt wurden die Studierenden von den Projektleiterinnen Henriette Bertram und Wiebke Reinert.

„Stadtplaner meinen ja immer, sie wüssten, was gebraucht wird“, sagt Kuczera. Die Studierenden wollten es besser machen und hörten genau hin.

Häufig hätten sie etwa die Kritik gehört, dass es zwar viele Planungen und Ideen für Bettenhausen gebe, aber nur wenig umgesetzt werde. Bettenhausen sei geprägt von architektonischen Brüchen und einer unzusammenhängenden Stadtteilstruktur. Viele Bewohner fühlten sich regelrecht vergessen von Stadtplanern und Investoren – aber es gebe auch positive Stimmen, etwa von Gewerbetreibenden, die die gute Verkehrsanbindung zu schätzen wüssten, aber auch über Kriminalität klagten.

Durch die documenta werde zwar aktuell ein Scheinwerfer auf den Osten geworfen, aber nach der Weltkunstschau schwinde die Aufmerksamkeit wieder. (Bastian Ludwig)

Ausstellung: 12. bis 14. Juni, Scheune auf dem Dorfplatz in Bettenhausen, Öffnungszeiten: 12 bis 18 Uhr. Alle Infos zum ASL-Rundgang: uni-kassel.de/go/rundgang

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