400 statt 800 Fahrten

Umleitung für Müll-Lkw: Salzmannshausen nur noch halb so stark betroffen

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400 Mülllaster pro Tag: Über diese alte Losse-Brücke – eigentlich ein Radweg – soll von Juni bis September der Lkw-Verkehr rollen, wenn die Brücke Am Lossewerk saniert wird. Weil die alte Brücke schmal ist, ist Gegenverkehr nicht möglich. So werden die Mülltransporter nach Abladen ihrer Fracht am Müllheizkraftwerk weiter nach Salzmannshausen durch die Rauschenberger Straße geleitet.

Bettenhausen. Die Stadt hat sich entschieden. Sie will von Juni bis September täglich 400 Müll-Transporter über die Ellenbacher und Rauschenberger Straße durch das Wohnquartier Salzmannshausen umleiten. Grund ist die anstehende Brückensanierung an der Straße Am Lossewerk.

Dies ist die einzige Zufahrt für Lkw zum Müllheizkraftwerk, die für die Zeit der Bauarbeiten komplett gesperrt werden muss.

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Mit dieser Entscheidung halbiert sich der zu erwartenden Umleitungsverkehr durch Salzmannshausen. Zunächst war geprüft worden, auch die Anfahrt der Mülllaster zum Müllheizkraftwerk über Salzmannshausen abzuwickeln. Das hätte bei 400 Fahrzeugen pro Tag 800 Fahrten bedeutet. Jetzt aber soll der Zufahrtsverkehr ab der Königinhofstraße über den Radweg und die alte Losse-Brücke führen, die bislang nur Radfahrern vorbehalten war. „Eine erneute Prüfung der Brücke hat ergeben, dass auch sie bis zu 44 Tonnen tragen kann“, sagt Stadtsprecher Sascha Stiebing.

„Behelfsbrücke zu teuer“

Allerdings sei auf der Brücke nur Einbahnstraßenverkehr möglich. In der Folge müssten alle Mülltransporter nach Abladen ihrer Fracht am Heizkraftwerk also doch noch über die Ellenbacher und Rauschenberger Straße durch das Wohnviertel geleitet werden.

„Erzielt wird damit immerhin eine Halbierung der Fahrten durch das Quartier“, sagt Stiebing. Auch seien die Lkw dann nicht mehr beladen. Andere Alternativen seien aus Kostengründen nicht in Betracht gekommen. Allein das Aufstellen einer Behelfsbrücke hätte 100.000 Euro mehr gekostet. Zum Vergleich: Die eigentliche Brückensanierung kostet 200.000 Euro.

Stiebing: „Solange die Umleitung eingerichtet ist, wird die 3,5-Tonnen-Beschränkung auf der Rauschberger Straße aufgehoben. Zudem wird sie zur Einbahnstraße, Parken ist dann nur noch auf der rechten Seite in Fahrtrichtung möglich“.

Der Ortsbeirat sei über diese Regelung bereits informiert worden.

Von Boris Naumann

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