Wie ist in einem solchen Fall richtig vorzugehen?

Grausiger Fund in Kassel: Toten Hund einfach zum Müll gelegt

Abgelegt: Unter der blauen Folie liegt die neunjährige Hündin.
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Abgelegt in Kassel: Unter der blauen Folie liegt die neunjährige Hündin.

In Kassel wird ein toter Hund auf einem fremden Grundstück einfach zum Müll gelegt. Anwohner finden das Tier, der Tierschutzverein zeigt sich bestürzt.

Kassel – Ein toter Hund ist zu Wochenbeginn auf einem Grundstück an der Lilienthalstraße in Kassel abgelegt worden. Das 35 Kilogramm schwere Tier mit schwarzem Fell und weißen Pfoten lag mit einem blauen Sack bedeckt direkt neben mehreren Mülltonnen. Die Folie war mit einem Stein und den Tonnen befestigt worden. Der traurige Fall in Bettenhausen soll als Anlass dienen, zu zeigen, wie beim Tod des eigenen Haustieres oder beim Fund eines toten Tieres vorzugehen ist.

Toter Hund in Kassel: Tierschutzverein alarmiert

Nachdem Anwohner die tote Hündin bemerkt hatten, meldeten sie sich beim Tierschutzverein Hand und Pfote in Lohfelden. Der Verein kümmert sich in seinen zehn Pflegestellen ehrenamtlich um lebendige Tiere, dabei vor allem um Katzen und gelegentlich Kleintiere.

Für tote Fundtiere ist der Verein nicht zuständig. „Für uns ist es eine zusätzliche Leistung und vor allem guter Wille, dass wir diesen Hilferufen nachkommen“, sagt ein Mitglied des Vereins. Im Grunde muss sich der Eigentümer des Grundstücks an einen Tierbestatter oder ein entsprechendes Unternehmen wenden.

Aus eigener Erfahrung wisse man aber, wie schlimm die Ungewissheit sei, wenn das eigene Tier verschwunden ist. Zudem sei es wichtig für die Besitzer, sich von ihren Tieren verabschieden zu können, deshalb unterstütze der Verein dann gelegentlich, obwohl es nicht seine Aufgabe ist. 22 tote Katzen haben die ehrenamtlich arbeitenden Mitglieder in diesem Jahr schon im Kasseler Stadtgebiet und Lohfelden geborgen. Der Fall der toten Hündin in Bettenhausen allerdings war aber auch für die erfahrenen Tierschützer ungewöhnlich und sehr bestürzend.

Keine Hinweise auf gewaltsamen Tod des Hunds in Kassel

Ein Mitglied fuhr nach dem Hinweis, der den Verein über Facebook erreichte, nach Bettenhausen, um sich vor Ort ein Bild zu machen. Auch das Veterinäramt der Stadt Kassel hatten die Tierschützer verständigt. Denn wenn die Todesumstände eines Tieres unklar sind und sich der Verdacht ergibt, dass das Tier gewaltsam gestorben ist, leitet die Tierschutzbehörde Ermittlungen ein.

Im vorliegenden Fall wurde der Tierkörper durch eine Tierärztin in Augenschein genommen. Es gab keine Hinweise auf ein gewaltsames Einwirken, bestätigt die Stadt Kassel auf Anfrage. Heißt: Wenn das tote Tier also nicht auf einer öffentlichen Fläche liegt, ist auch die Stadt Kassel nicht mehr zuständig. Wer aber dann?

Wenn es sich nicht um eine öffentliche Fläche handelt, ist der Eigentümer zuständig. Wer also in seinem Garten ein totes Tier findet, muss sich um fachgerechte Entsorgung kümmern. Für den Verein Hand und Pfote stand trotzdem außer Frage, die tote Hündin zurückzulassen. Auf dem Gelände des Unternehmensparks Kassel sind mehrere Firmen ansässig. Dort sei man mit der Situation ebenfalls überfordert gewesen, beschreibt es der Verein auf seiner Facebook-Seite. Dankbar sei das Angebot angenommen worden, dass die Mitglieder von Hand und Pfote um die Bestattung der Hündin kümmern und sich das Unternehmen an den Kosten der Kremierung beteiligt. Das bestätigte auch eine Mitarbeiterin der Berlinhaus AG, die sich um die Verwaltung des Unternehmensparks kümmert. Auch auf Facebook hatten sich viele Nutzer gemeldet, die sich mit Spenden an den Kosten beteiligen wollten.

Toter Hund in Kassel war in Frankreich registriert

Wie aber kam die tote Hündin jetzt nach Bettenhausen? Eine Antwort darauf hat der Verein noch nicht gefunden. Mittlerweile steht aber fest, dass das neunjährige Tier mit dem Namen Georgia in Frankreich registriert war. Über das Haustierregister war es möglich, den früheren Besitzer zu erreichen. Der habe allerdings angegeben, dass der Hund schon seit mehreren Jahren nicht mehr bei ihm ist. Seine Ex-Frau habe die Hündin im Alter von einem Jahr an die französische Tierschutzorganisation zurückgegeben.

Der Verein will sich eigentlich nicht mit Spekulationen zufrieden geben und hofft weiter auf eine Rückmeldung aus Frankreich, um zu erfahren, was mit der schwarzen Hündin passiert ist. Der Tierschutzverein Hand und Pfote mit derzeit 40 Mitgliedern ist immer auf der Suche nach weiteren Pflegestellen und Unterstützern. (Kathrin Meyer)

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