Nutzung offen – Ausschreibung für Jobcenter

Umbaupläne für Hallenbad Ost liegen auf Eis

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Weiter ungenutzt: Das Hallenbad Ost war als Standort für das gemeinsame Jobcenter von Stadt und Arbeitsagentur vorgesehen. Ob die Pläne Wirklichkeit werden, ist fraglich.

Bettenhausen. Die Zukunft des Hallenbads Ost ist weiter ungewiss. Die Pläne des Baunataler Unternehmers Gotthard Fels, den denkmalgeschützten 1930er-Jahre-Bau an der Leipziger Straße für das gemeinsame Jobcenter von Stadt und Arbeitsagentur zu sanieren und zu erweitern, haben sich zerschlagen – zumindest vorerst. Grund sind Vergaberichtlinien für öffentliche Einrichtungen.

Der Mietvertrag war laut Fels bereits unterschriftsreif, als die Rechtsabteilung der Arbeitsagentur in Nürnberg ihr Veto einlegte mit dem Hinweis, ein Vorhaben in dieser Größenordnung müsse europaweit ausgeschrieben werden. Konkrete Zahlen nennen die Beteiligten nicht. Im Kasseler Rathaus sei man davon ausgegangen, dass eine Ausschreibung nicht notwendig sei. „Im Oktober war ich noch der Meinung, dass alles perfekt ist“, sagt Fels.

Die Investitionskosten für den Umbau liegen nach seinen Angaben bei zehn bis zwölf Millionen Euro. Der Projektentwickler hat das seit 2007 leer stehende Hallenbad Ost 2014 von den Städtischen Werken erworben und bereits eine Vorplanung samt Raumaufteilung für das Jobcenter erarbeitet.

Sollte nach der Ausschreibung ein Mitbewerber die Büroräume für die 280 Mitarbeiter des Jobcenters günstiger anbieten, wäre Fels mit dem Hallenbad Ost aus dem Rennen. Nötig sind nach seinen Angaben mindestens 5000 Quadratmeter, die er mit dem geplanten Anbau bieten könne. Wegen der verkehrsgünstigen, innenstadtnahen Lage sei der Standort ideal.

Mehrere Monate Wartezeit

Zukunftsmusik: So könnte das Hallenbad Ost nach der Erweiterung aussehen.

Bis eine Entscheidung fällt, werden mehrere Monate vergehen. Der Kaufvertrag mit den Städtischen Werken hatte ein Rückgaberecht bis Ende 2014 vorgesehen, das laut Fels nun bis zum Sommer verlängert wurde. Ob er davon Gebrauch macht, ist offen. „Ich werde erst mal abwarten“, sagt Fels. „Man muss aber auch erkennen, wenn es keinen Sinn mehr macht.“

Auf die lange Bank schieben will die Agentur für Arbeit in Kassel die Entscheidung offenbar nicht. Je früher das bislang auf zwei Standorte verteilte Jobcenter unter einem Dach vereint werde, desto besser, sagt Geschäftsführer Detlef Hesse. Die Ausschreibung sei am vergangenen Freitag veröffentlicht worden. Die Entscheidung über den Zuschlag werde in fünf bis sechs Monaten fallen. Getrennt zu sein, „das war nie gut“, sagt Hesse. Auch er hebt die verkehrsgünstige Lage des Hallenbads Ost hervor, genügend Parkplätze gebe es ebenfalls.

Aus dem Kasseler Rathaus heißt es, die Stadt unterstütze wohlwollend Investoren, die zu einer positiven Entwicklung des Stadtteils Bettenhausen wie des gesamten Kasseler Ostens beitrügen.

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