Kein Kündigungen

Umzug nach Waldau: Hübner schließt Werk in Bettenhausen

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Zukünftige Nutzung unklar: Das Unternehmen Hübner verlässt seinen Stammsitz an der Agathofstraße in Bettenhausen. Die Immobilie grenzt direkt an das Salzmann-Areal an.

Der Kasseler Bahntechnik-Hersteller Hübner wird sein Werk in Bettenhausen schließen. Der Umzug nach Waldau soll 2020 stattfinden.

Wie das Unternehmen auf Anfrage unserer Zeitung bestätigte, wird der Stammsitz an der Agathofstraße, an dem 250 Mitarbeiter beschäftigt sind, in Werk 3 des Unternehmens an der Antonius-Raab-Straße in den Stadtteil Waldau verlegt.

Das Werk 1 gehört zum Geschäftsbereich Material Solutions, in dem Hübner die Herstellung von Produkten und Lösungen aus Kunststoff, Polyurethan, Gummi und Silikon sowie anderen Elastomeren gebündelt hat.

„Der Geschäftsbereich wird sich künftig noch stärker auf innovative und technologisch anspruchsvolle Produkte für wachstumsstarke Branchen und Märkte wie die Öl- und Gasindustrie, die Luftfahrtbranche, den Gesundheitsbereich oder auf den internationalen Mobilitätssektor konzentrieren“, teilte Unternehmenssprecher Nicholas Neu mit. Im Gegenzug dazu würden traditionelle Marktsegmente, wie beispielsweise die Produktion von Kunststoffspritzgussteilen für die Automotive-Branche, zunehmend heruntergefahren und abgegeben.

Harry Völler Ortsvorsteher Bettenhausen

In diesem Rahmen werde das Werk 1 in Bettenhausen, das fast unmittelbar an das Salzmann-Gelände angrenzt, nach Waldau zu den anderen drei Werken der Hübner-Gruppe verlagert. „Hier werden einige Bereiche räumlich stärker zusammengefasst, um effektiver zusammenzuarbeiten“, so Neu. Betriebsbedingte Kündigungen gingen mit dem Umzug nicht einher, betonte er. Insgesamt beschäftigt die Hübner-Gruppe 3300 Mitarbeiter, davon 1100 in Kassel. Das Stammwerk in Bettenhausen ist seit Ende der 1970er-Jahre in Betrieb. Laut Neu entspricht es nicht mehr den neuesten Standards der Industrieproduktion. Werk 3 in der Antonius-Raab-Straße verfüge über die neueste Infrastruktur und erlaube eine höhere Produktivität. Der Umzug des Werkes soll sich Neu zufolge bis Ende 2020 hinziehen. Für eine „teilweise Nachnutzung des Geländes“ ist Hübner nach eigenen Angaben mit potenziellen Interessenten im Gespräch.

„Das Wichtigste ist, dass die Hallen nicht leer stehen“, sagt Bettenhausens Ortsvorsteher Harry Völler. Der Umzug von Hübner könne eine Chance für die Bebauung des angrenzenden Salzmann-Geländes sein, aber auch eine Gefahr.

Man müsse eben sehen, ob die Immobilie weiterhin industriell genutzt werde oder ob vielleicht auch ein Abriss oder eine andere Bebauung denkbar sei – beispielsweise Wohnhäuser. Wenn auch zukünftig eine Industrienutzung angestrebt werde, müsse man eine gute Lösung für beide Seiten finden.

Das Schlimmste wäre, wenn es eine weitere Brachfläche in Bettenhausen entstünde, so Völler. Was der Ortsvorsteher auf jeden Fall verhindern will, ist eine weitere Ausbreitung von Gebrauchtwagenhändlern. Die gäbe es in diesem Bereich von Bettenhausen bereits zu Genüge.

Dass abgemeldete Autos auch im öffentlichen Bereich abgestellt werden, ist bereits seit Langem ein Problem im Stadtteil.

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