Vorwürfe von CDU, FDP und Freien Wählern

Nach Scheitern des Salzmann-Projekts: Kritik an Hilgen und Nolda

Kassel. Im Zusammenhang mit dem Scheitern der Errichtung von 450 Wohnungen auf dem Salzmann-Areal in Bettenhausen erheben CDU, FDP und Freie Wähler Vorwürfe gegen Kassels Oberbürgermeister Bertram Hilgen (SPD) und Stadtbaurat Christof Nolda (Grüne).

Beide hätten sich intensiver um das Vorhaben kümmern müssen, kritisieren die Oppositionsparteien im Kasseler Rathaus.

Der Rückzug des Investors sei ein schwerer Rückschlag für den Kasseler Osten, sagt CDU-Fraktionschef Dr. Norbert Wett: „Der rot-grüne Magistrat steht vor einem Scherbenhaufen.“ Die CDU frage sich, warum in dieser Angelegenheit Stadtbaurat Nolda ebenso wie Oberbürgermeister Hilgen seit Monaten auf Tauchstation gegangen seien. „Der Magistrat muss sich fragen lassen, ob er alles getan hat, dem Investor die Umsetzung des Projektes zu ermöglichen und damit dem Salzmann-Areal bei Erhalt der historischen Bausubstanz neue Nutzungsperspektiven zu eröffnen“, erklärt Wett.

Bauplanungsrechtliche Fragen seien anscheinend bis zuletzt nicht für den Investor rechtssicher geklärt worden. „Hier hätte Stadtbaurat Nolda nicht abwarten, sondern aktiv tätig werden müssen“, kritisiert Wett. Der Stadtbaurat hätte alle Beteiligten an einen runden Tisch einladen oder das Geschehen moderieren müssen. Es sei zu befürchten, dass man Salzmann offenbar von dem Erhalt und einer sinnvollen Nutzung hin zu einem beabsichtigten Verfall führen wolle.

FDP: Weiterer Rückschlag 

Dass nicht gebaut werde, „ist ein weiterer Rückschlag für den Kasseler Osten“, erklärt FDP-Kreisvorsitzender Matthias Nölke. Man erwarte eine Erklärung des Eigentümers Dennis Rossing, was er konkret mit dem Gelände vorhabe „und ein Ende der ewigen Hütchenspielertricks“. Oberbürgermeister Hilgen, für den Salzmann Chefsache sei, müsse aufzeigen, wie es jetzt weitergehen solle. Der Stadt sei in den vergangenen Jahren ein Schaden in Höhe von über 500 000 Euro für Vorleistungen im Zusammenhang mit mehreren gescheiterten Projekten entstanden.

Um dem Industriedenkmal Salzmann eine Zukunft zu geben, schlägt Nölke einen Ideenwettbewerb in Zusammenarbeit mit der Universität Kassel vor. Es müsse eine Lösung gefunden werden, die sowohl den Interessen Bettenhausens und der Stadt Kassel, als auch den kaufmännischen Interessen des bisherigen oder eines neuen Eigentümers Rechnung trage.

Arbeiten auf Salzmann-Gelände: Schornstein ist wieder sicher

„Für Bettenhausen ist das eine Katastrophe“, sagt Bernd W. Häfner, Vorsitzender der Rathaus-Fraktion Demokratie erneuern/Freie Wähler. Wenn Oberbürgermeister Hilgen, der Salzmann ja als Chefsache betrachte, die genannten Einwände von gewerblichen Anliegern als überwindbar bezeichne, der Investor aber gleichzeitig eine große Gefahr darin sehe, mache dies anschaulich, „dass wieder einmal die Übersicht der Stadt über dieses Projekt fehlt“, kritisiert Häfner. Alles habe damit angefangen, dass Oberbürgermeister Hilgen die ursprüngliche Investitionsidee für ein großes Kultur- und Einkaufszentrum im Jahr 2006 endgültig abgelehnt habe. Häfner: „Von da an ging’s bergab.“ Die Freien Wähler seien tief betroffen von dieser Situation. (ach)

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