Standort vor zwei Jahren ausgewählt

Warten auf den Busbahnhof: Stadt Kassel arbeitet weiter an einer Lösung

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Symbolfoto: Die Pläne für einen neuen Busbahnhof in Kassel sind da, doch gebaut wird noch nicht.

Im September 2016 hat die Stadt den Ölmühlenweg in Bettenhausen als Standort für den neuen Fernbushalt auserkoren. Seitdem ist aber kaum etwas passiert. Das Thema sei in Arbeit sagt die Stadt.

Wann und wohin kommt der neue Fernbus-Bahnhof in Kassel? Wann endlich werden die vom Fernbusverkehr betroffenen Stadtteile entlastet? Diese Fragen stellt der Wehlheider Ortsvorsteher Norbert Sprafke (SPD) in einer gewissen Regelmäßigkeit.

Gleichlautend fallen bislang die Antworten der Stadt beziehungsweise von Stadtbaurat Christof Nolda (Grüne) aus. Tenor: Das Thema ist in Arbeit. Aber es gibt noch keine Termine – weder für den Bau- noch für den Betriebsstart.

Zwei Jahre ist es her, dass die Stadt den von ihr favorisierten Standort für den Fernbusbahnhof benannte. Demnach soll der Neubau im Bereich Ölmühlenweg am Platz der Deutschen Einheit in Bettenhausen entstehen. Dieser Standort habe sich laut Machbarkeitsstudie als erste Wahl herausgestellt, hieß es im September 2016. Die Stadt hoffe auf einen privaten Investor und Betreiber, die Fernbushaltestelle erfordere Investitionen von rund vier Millionen Euro. Seither war aus dem Rathaus nichts Neues zu hören.

Busbahnhof Kassel „von brennender Aktualität“

Ortsvorsteher Norbert Sprafke: „Fernbusse müssen raus“

„Es gibt viel Bewegung auf Kassels Straßen durch den internationalen und nationalen Fernbusverkehr, aber wohl keine Bewegung in Sachen Fernbusbahnhof,“ kritisiert Sprafke. Der Sozialdemokrat fordert Stadtbaurat Nolda auf, einen umsetzbaren Plan für den Fernbusbahnhof vorzulegen. Eine baldige Lösung müsse her, denn die Busse behinderten den Individualverkehr. Auch die Verkehrssicherheit sei nicht immer gegeben, wie Aktionen der Polizei gezeigt hätten. 

Im Vordergrund stehe aber die Belastung durch Lärm, Gestank und Luftschadstoffe. Der Dieselskandal mache deutlich, dass die Verlegung des Kasseler Fernbusbahnhofs – also weg vom Bahnhof Wilhelmshöhe – von brennender Aktualität für einen innenstadtnahen Stadtteil wie Wehlheiden sei. Die Fernbusse müssten herausgenommen werden. Sprafke: „Hier wird die Gesundheit der Anwohner beeinträchtigt.“

Busbahnhof Kassel: Zwischenlösung gefordert

Wie berichtet, hatte sich Branchenprimus Flixbus dafür ausgesprochen, den Kasseler Fernbusbahnhof am Auestadion einzurichten. Aus Wehlheider Sicht sei ein neuer Standort optimal, der den Stadtteil zügig entlaste, ohne an anderer Stelle neue Belastungen zu schaffen, betont Sprafke. Die Absicht der Stadt, am Ölmühlenweg einen neuen Standort umfassend neu zu erschließen, verzögere die Entlastung um Jahre. Über eine Zwischenlösung müsse nachgedacht werden. Sei dies nicht möglich, müsse dem Stadtteil Wehlheiden zumindest eine „verbindliche Entlastungsperspektive“ vermittelt werden.

Auf Anfrage erklärte ein Stadtsprecher lediglich, die beteiligten Fachämter „arbeiten intensiv an einer Lösung zum Thema Fernbusbahnhof im Bereich des Ölmühlenwegs“. Diese Antwort hatte Sprafke bereits im Januar erhalten.

Hier soll der neue Fernbusbahnhof in Kassel entstehen

Von Andreas Hermann

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